Herzebrock-Clarholz

Clarholz an der B64

Bereits 1665 wurde die Postkutschenverbindung von  Münster nach Paderborn nach Kassel eingerichtet. Sie ist der Vorgänger der heutigen Bundesstraße 64. Im 18. Jahrhundert war sie eine der wichtigsten Postverbindungen in Westfalen. Damals baute man auch zur Erleichterung des Kutschenverkehrs einige Postdämme, die aber später im Zuge der Flurbereinung vollständig beseitigt wurden.

Seit 1886/87 liegt die Strecke der Warendorfer Bahn im Abschnitt Telgte-Rheda-Wiedenbrück neben der Bundesstraße. Von Brakel bis Höxter ist es die Eggebahn, die häufig direkt neben der B 64 verläuft.

Bestimmt wird die Doppelgemeinde Herzebrock-Clarholz von mächtigen geistlichen Bauten: Die um 1900/1901 neugotisch erweiterte Pfarrkirche St. Christina aus dem späten 15. Jahrhundert, das Prämonstratenserkloster Clarholz  sowie die 1803 säkularisierte Benediktinerrinnenabtei Herzebrock.

Ehemalige Benediktinerrinenabtei

Kirche, Gebäude, alte Linden und Buchen und sehr schön restaurierte Klostergärten strahlen Ruhe und Abgeschiedenheit aus, obwohl die lärmige B 64 nur einen Steinwurf entfernt ist.

Einfache barocke Formen im Klosterhof Herzebrock

Man vermutet eher ein westfälisches Herrenhaus denn eine ehemalige Bene- diktinerabtei. Im Obergeschoss des Hauses hatten die Chorherren ihren Schlaf- saal. Nach der Säkularisation war das Gebäude Pfarrhaus und ist seit 1975 auch  Pfarrgemeindezentrum.

Bedeutendstes Zeugnis der klösterlichen Zeit ist die 1705/1707 in der barocken Bauphase unter Probst Elbert von Kückelsheim errichtete Propstei. Über die Freitreppe und durch das reich verzierte Portal kommt man in das Vestibül. Im sehenswerten Kapitelsaal finden seit einigen Jahren auch standesamtlichs Trauungen statt.

Ehemalige Benediktinerinenabtei

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