Tiefschwarze Wolken über Espelkamp

Dunkle Wolken über Europas größtem Hersteller von Glücksspielautomaten

Wir von „Living in OWL“ hatten uns ja vorgenommen, über bestimmte Themen, wie zum Beispiel die „hohe Politik“ nicht zu schreiben. Es sei denn, Menschen aus der Region sind involviert. An Paul Gauselmann aus Espelkamp allerdings kommen wir nicht vorbei. Der Mann, der als damals selbständiger Automatenaufsteller 1957 nebenberuflich den Grundstein für seinen Konzern mit heute 1700 Arbeitsplätzen in den Werken Lübbecke und Espelkamp und weiteren 3000 Arbeitsplätzen in den Spielotheken mit dem Symbol der lachenden Sonne beschäftigt, ist mehr als stocksauer. Der 77 jährige sieht sein Lebenswerk und die Arbeitsplätze durch den soeben von 15 Ministerpräsidenten Deutschlands unterzeichneten Glücksspiel-Staatsvertrag in Gefahr.
Bundesweit beschäftigt die Automaten-Branche rund 70.000 Menschen. Nach Gauselmanns Einschätzung ist die Hälfte der Arbeitsplätze in Gefahr. Auch die kommunalen Kassen werden die „Fürsorglichkeit“ des Staats bezüglich des Glücks-         spieles an Automaten spüren. Die Spielsalons spülen 400 Millionen Euro Vergnügungssteuer in die Steuersäckel.
Die Branchenmitglieder stören sich insbesondere bei diesem Staatsvertrag daran, dass  nach einer Übergangszeit von fünf Jahren die Bündelung von Konzessionen für Spiel-stätten verboten werden soll. Weil der Gesetzgeber derzeit nur zwölf Automaten pro Spielstätte zulässt, baut Gauselmann zumeist vier Spielotheken nebeneinander. Das erlaubt der Gesetzgeber, wenn die Spielstätten auch einzeln zu betreiben wären. Gemäß dem neuen Staatsvertrag müssen an jedem Standort innerhalb der nächsten fünf Jahre drei der vier Hallen geschlossen werden.
Paul Gauselmann hat angekündigt, mit seiner Klage bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen.
 

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