Kleine Hoffnung für Steinhagens Kirchplatz

"Schlafstädtchen" mit Kernproblemen

Die Gemeinde Steinhagen liegt von Westen her gesehen kurz vor der Großstadt Bielefeld und nicht weit von Gütersloh entfernt. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits verkehrsmäßig durch Bundesstraße 68 und Gütersloher Straße schnell erreichbar, zukünftig durch die Autobahn A33 zwar zweigeteilt, aber aus dem Umland noch schneller erreichbar stöhnt ein Teil des Handels im 20.000-Seelenort gewaltig. Insbesondere der Kern des Dorfes rund um die Kirche St. Georg mit seinem kleinteiligen Handel und dem vor ein paar Jahrzehnten „modern“ und überdimensional ausgebauten Marktplatz lädt nicht grad zum Shoppingbummel ein. Jetzt gibt es einen kleinen Hoffnungschimmer. Vor drei Jahren verließ das Modehaus Brinkmann seine Räume am Kirchplatz, dann folgte ein Mattratzen- und Bettengeschäft, das aber auch schnell wieder auszog. Nun hat die Perus GmbH & Co.KG von Heinrich König das komplette, leerstehende Haus gekauft. Konkrete Pläne habe man zwar noch nicht, aber aus dem Gesamtkomplex, der nun Perus gehört, ließe sich ja zumindest nach einem Abriß ein neues Wohnquartier schaffen. Einzelhandel wird da angesichts der Probleme, die der Handel heute schon hat, nicht entstehen. Die Geschichte des Hauses, das über 100 Jahre der Familie Brinkmann gehörte hat in fast jedem Ort, jeder Gemeinde und jeder Stadt von Ostwestfalen-Lippe Parallelen. Leerstände sind an der Tagesordnung. Die Einkaufsgewohnheiten der Menschen haben sich ebenso dramatisch geändert wie das Informationsverhalten. Die Massen der Anzeigen in den gedruckten Gemeindeblättern und den Tageszeitungen interessieren die Menschen zunehmend ebenso weniger wie die Inhalte dieser Medien.

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