Steinhagen und Wacholderbeeren

Wacholderbeeren. Ohne die gäbe es keinen Steinhäger

„Disco 73“ mit Ilja Richter am 27. Oktober 73. Der Sangesbarde Udo Jürgens schmettert sein „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ in die Studiorunde. Ob er damit den „Original Steinhäger“ aus Steinhagen meinte, ist uns nicht bekannt. Dabei sind dafür doch die relativ unscheinbaren Wacholderbeeren mit dem unverwechselbaren Geruch verantwortlich, die wir zum Beispiel vom deftigen Sauerkraut als weitere Zugabe neben Lorbeerblatt und Zwiebel sowie Pfeffer und Salz kennen. Der Ursprung läßt sich bis in das  15. Jahrhundert zurückverfolgen. Zutaten sind Wacholderbeeren, Wacholderdestillat, reiner Getreidealkohol und frisches Quellwasser. Fremde Zusatzstoffe gibt es nicht. Die Spuren aber des ehemals größten Herstellers dieses Hochprozentigen und nur dann als „Original Steinhäger“ zu bezeichnenden Wacholderbranntweins, wenn er aus der Gemeinde vom Südhang des Teutoburger Waldes kommt, ist ein Name noch allgegenwärtig: Schlichte. Schlichte und König wurden im Jahr 1990 von der Haselünner Firma Berentzen übernommen. 1992 zog sich Berentzen aus Steinhagen zurück und  Schwarze, Westfälische Kornbrennerei aus Oelde übernahm den Betrieb, zog sich aber mit seinen Produktions- und Abfüllstätten aus Steinhagen zurück. Heute steht noch die  eigentliche Steinhägerbrennerei mit nur noch einem Brennmeister. Die erhaltenswerten alten Brennereigebäude mit der Destillationsanlage erhielt man, sonstige Produktions-anlagen wurden abgerissen

Der Name, der in Steinhagen immer noch sehr präsent ist
Das im klassizistischen Stil 1912 erbaute ehemalige Verwaltungsgebäude der Brennerei König. Heute Teil des Geschäfts- und Bürozentrums 'Schlichtekarree'.
Inschrift Das Heimathaus im Steinhagener Ortskern

Knapp über 20.000 Einwohner hat dieses beliebte „Wohnörtchen“  kurz hinter dem Bielefelder Ortsteil Quelle auf dem Weg nach Gütersloh und Harsewinkel. Man ist hier heimatverbunden und ein wenig erdschwer. Ob das mit dem Genuß des „Original Steinhäger“ zusammenhängt oder der überdimensionalen irdenen Steinhägerflasche hoch über dem Ort, ist unbekannt oder wird nicht kolportiert. Zumal der Schlichte-Werbespruch ja hieß: „Trinke ihn mäßig aber regelmäßig“.

Na dann Prost!

Blog per E-Mail folgen

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten. Es gelten die Datenschutzbestimmungen.

Aktuelle Artikel

Menü schließen