Hannes Wader. Vom „Land wech“

Hannes Wader. Geboren in Bielefeld-Bethel Screenshot: sichtlichmensch Andreas Reiner

„Sag mal, was macht eigentlich der Hannes Wader aus Bielefeld?“ fragte der graubärtige „68er“. Ja, was macht der bekannteste Sangesbarde aus dem Oberzentrum eigentlich?  Kurze Recherche. Er tritt auf, er füllt immer noch beachtliche Säle. Beileibe nicht nur 68er finden sich im Parkett. Er ist immer noch kritisch. Kann aber auch traditionell deutsches und plattdeutsches Liedgut. Und er steht in einer Reihe mit Liedermachern wie Reinhard Mey und Konstantin Wecker. Unvergessen die Lieder-Session anläßlich seines 60ten Geburtstages in seiner Heimatstadt, wo er 1942 im immer noch ländlichen (heutigen) Bielefelder Ortsteil Hoberge-Uerentrup „Arm, aber verhältnismäßig sauber“ zur Welt kam, eine (nicht geliebte) Lehre und ein Grafikstudium absolvierte.

In einem Interview der Sonntagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. August 2010 beschrieb Wader seine Anfänge als Liedermacher so: „Ich wollte singen und damit an Mädchen rankommen. Mein Vater war ein sehr engagierter Landarbeiter. Ich hatte immer das Gefühl, er vernachlässige durch sein politisches Engagement seine eigene Familie.“ Aus: Wofür lohnt es sich zu kämpfen? – (Die Liedermacher und Protest-veteranen Konstantin Wecker und Hannes Wader über das Nichteinverstandensein, Interview von Nahuel Lopez, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8. August 2010).

Also, der Hannes Wader ist heute wieder aktueller denn je. Zwar wohnt er jetzt in Kassel, singt aber immer noch ganz am Anfang seiner Konzerte seinen bekanntesten Song:

„Heute hier, morgen dort,
bin kaum da, muss ich fort,
hab´ mich niemals deswegen
beklagt.
Hab es selbst so gewählt,
nie die Jahre gezählt, nie nach gestern und morgen
gefragt“.

Das Porträtbild „Tournee 2008“ fanden wir auf dieser Homepage mit einer Vielzahl ausdrucksstarker Fotografien des freien Fotografen Andreas Reiner.

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