Ostwestfalen im Blut: Schlink und Lind

Praller Emgel wacht über Schlinks "Liebesfluchten"

Doch doch. Das Oberzentrum der Region kann durchaus mithalten, wenn es um Bestsellerautoren geht. Vor allem, wenn sie gegensätzlicher nicht sein können als diese Beiden: Bernhard Schlink und Hera Lind.

Schlink erblickte diese Welt 1944 im Bielefelder Stadtteil Großdornberg, um sich dann alsbald mit der Familie nach Heidelberg zu verabschieden. Er wurde Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, war Richter am Verfassungsgericht und arbeitete an der Übergangsverfassung der DDR mit. 1987 mutierte der begeisterte Romanleser zum Autor, erfand den Privatdetektiv Gerhard Selb und schrieb ein Dutzend weiterer Romane. 1995 kam der Welterfolg „Der Vorleser„. In 39 Sprachen übersetzt, als erstes deutsches Buch auf der Bestsellerliste der New York Times. 2007 verfilmte Stephen Daldry den Stoff mit Kate Winslet und David Kross in den Hauptrollen. Winslet wurde für die Rolle der Hanna Schmitz 2009 mit dem „Golden Globe“ und dem „Oscar“ ausge- zeichnet.

Hera Lind (eigentlich Herlinde Wartenberg) kommt aus einer ganz anderen Ecke. Herz, Schmerz und Mann/Frau bestimmen ihre Stoffe. 1957 in Bielefeld-Sennstadt geboren, studierte sie Germanistik und Geologie – um dann ausgebildete Opern- und Oratorien- sängerin zu werden. Es war die Langeweile, die sie 1988 während einer Schwangerschaft zum Schreiben brachte. „Ein Mann für jede Tonart“ wurde ein Bestseller. Den absoluten Knüller landete sie 1994 mit „Das Superweib“, dem die Verfilmung mit Veronika Ferres schließlich Autorin und Schauspielerin den absoluten Durchbruch brachte.

Zwei gebürtige Bielefelder. Der Eine eher ein Star der stilleren Sorte, die Andere immer noch Liebling der Boulevards.

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