Licht in den Stuben

Museumsadvent im LWL-Freilichtmuseum Detmold.

Zum Museumsadvent im LWL-Freilichtmuseum Detmold wird das Paderborner Dorf in farbiges Licht getaucht. Foto: LWL/Jähne

Detmold (lwl). Für viele Menschen ist der Advent die wohl schönste Zeit des Jahres. Allen, die diese Zeit genießen und sich auf das Weihnachtsfest einstimmen möchten, bietet das LWL-Freilichtmuseum Detmold am zweiten Adventswochenende die Möglichkeit, in die Weihnachtsvorbereitungen um 1900 einzutauchen. Vom 7. bis 9. Dezember verwandelt sich das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit stimmungsvollem Licht in ein Winterwunderland und öffnet für den 14. Museumsadvent seine Tore. Neben einem bunten Mitmachprogramm für Kinder und Erwachsene können die Besucher historisches Handwerk erleben und an den 30 Adventsbuden rund um den Dorfteich besondere Geschenke kaufen.

Zahlreiche Fackelschalen weisen den Weg zum Paderborner Dorf und schicken die Besucher auf eine Zeitreise, denn dort laden die historischen Stuben zum Entdecken von Weihnachtsbräuchen aus der Zeit um die Jahrhundertwende ein. Dabei können Interessierten einen Blick auf katholische, evangelische wie auch jüdische Haushalte und ihre Traditionen werfen. Woher kommt der Brauch, Geschenke am Abend zu öffnen? Was bekamen Kinder früher vom Nikolaus geschenkt? Und wie wird eigentlich traditionell das Chanukka-Fest gefeiert? „Außerdem gibt Ralph Homann, der an verschiedenen Stellen im Museum unterwegs ist, mit seiner weit über 100 Jahre alten Polyphon-Spieluhr einen Einblick in die Weihnachtszeit um 1900“, freut sich die Projektleiterin Gefion Apel.

Rund um den Dorfteich reihen sich die Weihnachtsbuden aneinander. Dort und in den historischen Häusern gibt es viel Handgemachtes regionaler Kunsthandwerker zu entdecken. Und wer noch keine Gelegenheit hatte, selbst Weihnachtskekse zu backen, den leitet der Duft fast automatisch in die Museumsbäckerei, wo Plätzchen, Brote, Stollen oder Lebkuchen traditionell gebacken werden. Auch weitere Handwerksvorführungen sind im Paderborner Dorf zu sehen. Erstmals zeigt ein Holzschuhmacher im Haus Lindhorst sein Handwerk. „Über diesen kreativen Zuwachs freue ich mich ganz Besonders“, erklärt Apel. Es wird geschmiedet, geschnitzt, gedrechselt und auch ein Seiler ist vor Ort. Beim Schlendern durch das bunt beleuchtete Paderborner Dorf wird auch für musikalische „Verköstigung“ gesorgt. Posaunenklänge und Chormusik begleiten jeden Abend des Museumsadvents und stimmen auf das Weihnachtsfest ein.

Für die jüngeren Gäste wird wieder einiges geboten: Sie können im Puppentheater Pulcinella am Samstag und Sonntag den Weihnachtsgeschichten und Abenteuern des kleinen Drachen lauschen, im kleinen Marionettentheater von Ralph Homann tanzen am Freitag bunte Figuren. Ebenfalls am Freitag werden in der Scheune Westendorf Märchen erzählt. Die ganze Familie kann am Samstag bei Brettspielen unter fachkundiger Anleitung knobeln.

Wer schon mal sein eigenes Heim auf die Weihnachtszeit vorbereiten möchte, ist im Lausch-haus richtig: Dort sind Erwachsene und Kinder eingeladen, selbst Hand anzulegen und aus Naturmaterialien weihnachtliche Dekorationen zu basteln oder kleine Geschenke vorzubereiten wie Rauchhäuschen aus Ton. Für weitere Geschenkideen sorgt die Textilwerkstatt: mit pflanzlichen Färbemitteln werden dort Stoffbeutel bunt gestaltet. Im Rahmen der „Aktion Lichtblicke“ versteigert der Holzbildhauer Wolfgang Koch in diesem Jahr als besonderen Höhepunkt eine selbst geschnitzte Krippe. Die Einnahmen der Versteigerung werden für in Not geratene Kinder und ihre Familien gespendet.

Anfahrt mit Bussen
Wer nicht so gut zu Fuß ist und lieber durch das Gelände fahren möchte, hat wieder die Gelegenheit, den kostenlosen Pendelbus zwischen dem Eingangsbereich und der Haltestelle am Paderborner Dorf zu nutzen. Und auch für die bequeme Anreise zum Museum ist gesorgt, denn an den drei Veranstaltungstagen können in allen Bussen der Stadtverkehr Detmold GmbH (SVD) bereits Eintrittskarten für den Museumsadvent gelöst werden, die gleichzeitig als Fahr-schein gelten. Die Busfahrt zur Veranstaltung ist dann kostenlos. Während der Veranstaltungs-tage fährt die Linie 701 zum Museum häufiger. Zudem ist zusätzlich ein Pendelbus eingerichtet, der vom Bahnhof und den großen Parkplätzen der Innenstadt mit der Aufschrift „Museumsadvent“ direkt zum Haupteingang des LWL-Freilichtmuseums fährt.

Das Programm mit Öffnungszeiten, Preisen und allen Veranstaltungen findet sich auch im Internet unter: http://www.museumsadvent.lwl.org

Öffnungszeiten
Freitag, 7.12.2018, von 14 bis 21 Uhr
Samstag, 8.12.2018, von 14 bis 21 Uhr
Sonntag, 9.12.2018, von 11 bis 19 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene: 8 Euro
Kinder von 6 bis 17 Jahre: 2 Euro
Kinder unter 6 Jahren: frei

Vorverkauf/Online-Tickets
Wer sich die Wartezeit an der Kasse ersparen möchte, kann in diesem Jahr bereits vor dem Museumsadvent im Onlineshop des Freilichtmuseums Tickets erwerben. Auf der Internetseite des Museums befindet sich ein weiterführender Link zum Onlineshop. Nach der Buchung können die Tickets bequem zu Hause ausgedruckt und an einem der Veranstaltungstage vorgezeigt werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, Tickets in einer der Vorverkaufsstellen zu erwerben. Die Vorverkaufsstellen sind das LWL-Freilichtmuseum Detmold, die Stadtverkehr Detmold GmbH, die Detmolder Filiale der VerbundVolksbank OWL eG und das Hotel Lippischer Hof.

1. Advent

 

Die stille Zeit ist nun gekommen,
hat meine Sehnsucht aufgenommen.
Dass Hoffen auf die bess’re Welt
und Liebe uns zusammenhält…
Advent, bei Dir fühl’ ich mich wohl!
Die Kerzen brennen als Symbol…
unbekannter Verfasser

livinginowl wünscht einen schönen 1. Advent

Zum 1. Advent

 

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.
Kristalle schaukeln von den Bäumen,
die letzen Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee – in unsern Träumen
weihnachtet es seit gestern schon.
Mascha Kaléko

Living in OWL wünscht einen frohen, besinnlichen 1. Advent!

Der Wunderweihnachtsbaum

Paderborn: Rathaus mit Weihnachtsmarkt (Mersch-Art)
Paderborn: Rathaus mit Weihnachtsmarkt (Mersch-Art)

Hier noch einmal die wunder-schöne Geschichte von Regina Meier zu Verl:

Die riesige Tanne vor dem Rathaus wurde in jedem Jahr von den Schülern der Grundschule geschmückt. Jedes Kind, das Lust hatte, etwas zu basteln und an den Baum zu hängen, war eingeladen, am Tag vor dem ersten Dezember zu kommen und dem Schauspiel beizuwohnen. Das Errichten der Tanne, die Befestigung der Lichterketten, sehr spannend war es, das mit anzusehen.

Doch der Höhepunkt war, wenn die Sterne, Päckchen oder andere Basteleien angebracht wurden, denn in einem Korb, der hochgefahren wurde, stand Herr Koch, der Hausmeister.
„Ein bisschen nach links, ein bisschen nach rechts“, riefen die Kinder ihm zu oder: „Herr Koch, du musst mein Geschenk an die Spitze hängen, damit es das Christkind zuerst sehen kann!“

Der Hausmeister war geduldig, schon seit vielen Jahren erledigte er diese Aufgabe und für ihn war es die rechte Weihnachtsfreude, so viele strahlende Kinderaugen zu sehen.
In diesem Jahr aber hatte sich Herr Koch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Es war nämlich sein letztes Jahr im Dienst der Stadt und es sollte einen Abschluss bilden, an den man sich noch lange erinnern würde. So hatte es sich der Fast-Rentner vorgenommen.
In den Schulen und Kindergärten hatte er Aushänge aufgehängt und mit den Lehrern und Erziehern gesprochen. Herr Koch wünschte sich nur große Sterne am Baum und auf jedem Stern sollte ein persönlicher Wunsch vermerkt sein. Keiner, den man einfach mit Geld und im nächsten Warenhaus erfüllen konnte, sondern einer, mit dem man einem anderen eine große Freude bereiten wollte. Die Lehrer erklärten es den Kindern und die waren gleich mit Feuereifer bei der Sache.

So ganz einfach war das aber nicht, denn was sie sich selbst wünschten, das wussten sie längst. Aber was sie jemand anderem wünschen sollten, das war eine andere Sache.
Frau Müller gab ihren Schülern ein Beispiel.

„Da ich nicht mitmachen darf, sage ich euch jetzt, was ich auf meinen Stern schreiben würde. Vielleicht habt ihr dann eine gute Idee, wie euer Wunsch ausfallen könnte. Also: Meine Nachbarin ist schon alt. Ihr größter Traum ist es, einmal noch ihren Sohn zu sehen, der weit weg, in Amerika lebt. Ich wünsche ihr, dass sich dieser Wunsch recht bald erfüllt, denn sie ist sehr krank.“

Die Kinder waren ganz still geworden. Die Idee war so schön, eine solche Bitte wollten sie auch formulieren und manchen fiel auch gleich ein Mensch ein, der in der näheren Umgebung lebte und der auch so einen Wunsch haben könnte. „Ihr dürft euren Wunsch aber nicht verraten, dann erfüllt er sich nicht!“, verriet Frau Müller den Kindern.

Große rote und goldene Sterne wurden aus dicken Karton ausgeschnitten, dann schrieben die Schüler die Wünsche auf die Rückseite und am Schluss wurde jeder einzelne Stern in eine Folie eingeschweißt, damit Regen oder Schnee ihm nichts anhaben konnte.
Am nächsten Tag gingen dann alle gemeinsam zum Rathaus und dort beobachteten sie, wie ein Stern nach dem anderen am Weihnachtsbaum befestigt wurde. Der Bürgermeister hatte Punsch für alle gespendet und er beobachtete das Treiben wohlwollend aus seinem Rathauszimmer.

„Wenn sich ein Wunsch erfüllt hat, dann leuchtet der Stern, der dazu gehört!“, erklärte er seiner Sekretärin, die lächelte, aber nicht so recht daran glauben wollte. Sie fand, dass es eine schöne Geste sei, aber Wunder hatte sie noch keine erlebt und das würde ihr auch der Chef nicht einreden können.

Ein paar Tage lang bewunderten alle Leute der Stadt „ihren“ Weihnachtsbaum und sie erfreuten sich an der Geschichte, dass die Sterne leuchten würden, wenn sich Wünsche erfüllten. Besonders gut beobachtete Herr Koch den Baum, denn schließlich hatte er ja die Idee gehabt, es in diesem Jahr einmal anders zu machen. Er wünschte sich sehr, dass möglichst viele Sterne leuchten mögen.

Alltag war eingekehrt in der kleinen Stadt. Der Baum stand an seinem Platz, jeder hatte ihn gesehen und bewundert und eigentlich warteten nur noch die Kinder, Herr Koch und der Bürgermeister auf ein Leuchten oder zwei oder drei. Am Tag vor dem Heiligen Abend, es war den ganzen Tag nicht richtig hell geworden, weil die Wolken voller Schnee waren, passierte dann etwas, über das alle noch lange reden würden. Dicke Schneeflocken fielen auf die Stadt und auf den Weihnachtsbaum und sie legten sich auf seine Zweige und alle, die gerade in der Nähe waren, blieben stehen und freuten sich. Und während sie den Baum betrachteten, leuchtete ein Sternchen in hellem Licht auf und dann noch eines und ein weiteres und es dauerte fast eine Stunde, da waren alle Sterne hell erleuchtet und das hieß dann wohl, dass sich alle Wünsche erfüllt hatten.

„Wie kann das sein?“, fragten sich die Leute. „Da ist doch ein Trick dabei!“ Herr Koch stand mit klopfendem Herzen ganz in der Nähe, aus seinen Augen lösten sie Tränen, die heiß über die kühlen Wangen rollten. Wie schön das war und wie Recht er doch behalten hatte.
Auch der Bürgermeister beobachtete das Wunder, schnell ließ er sich seinen Mantel geben und eilte nach draußen, um sich mit den Menschen zu freuen, die dort standen und Beifall klatschten. Ein Wunder, ein richtiges Wunder in seiner Stadt. So stolz war er nur bei seiner Wahl gewesen, damals, vor vielen Jahren.

Nun mag man sich fragen, wie es denn kam, dass alle Sterne zu funkeln anfingen, wo es doch so viele Wünsche waren, die dort verzeichnet waren? Wenn ich euch jetzt sage, dass die alte Dame, von der die Lehrerin gesprochen hatte, just in dem Moment Besuch von ihrem Sohn aus Amerika bekam, dann beantwortet sich diese Frage wohl von selbst, oder?

Das Bild „Rathaus mit Weihnachtsmarkt“ wurde von der Paderborner Künstlerin Ulla Mersch gemalt.

Living in OWL wünscht allen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Advent

Stern am Himmel

Im Tale sind die Blumen nun verblüht
Und auf den Bergen liegt der erste Schnee.
Des Sommers Licht und Wärme sind verglüht,
In Eis verwandelt ist der blaue See.

Wie würde mir mein Herz in Einsamkeit
Und in des Winters Kälte angstvoll gehen,
Könnt ich in aller tiefen Dunkelheit
Nicht doch ein Licht in diesen Tagen sehn.

Es leuchtet fern und sanft aus einem Land,
Das einstens voll von solchen Lichtern war,
Da ging ich fröhlich an der Mutter Hand
Und trug in Zöpfen noch mein braunes Haar.

Verändert hat die Welt sich hundertmal
In Auf und Ab – doch sieh, mein Lichtlein brennt!
Durch aller Jahre Mühen, Freud und Qual
Leuchtet es hell und schön: Es ist Advent!

Hilde Fürstenberg

Der Wunderweihnachtsbaum

Paderborn: Rathaus mit Weihnachtsmarkt (Mersch-Art)
Paderborn: Rathaus mit Weihnachtsmarkt (Mersch-Art)

Geschichte von Regina Meier zu Verl

Die riesige Tanne vor dem Rathaus wurde in jedem Jahr von den Schülern der Grundschule geschmückt. Jedes Kind, das Lust hatte, etwas zu basteln und an den Baum zu hängen, war eingeladen, am Tag vor dem ersten Dezember zu kommen und dem Schauspiel beizuwohnen. Das Errichten der Tanne, die Befestigung der Lichterketten, sehr spannend war es, das mit anzusehen.

Doch der Höhepunkt war, wenn die Sterne, Päckchen oder andere Basteleien angebracht wurden, denn in einem Korb, der hochgefahren wurde, stand Herr Koch, der Hausmeister.
„Ein bisschen nach links, ein bisschen nach rechts“, riefen die Kinder ihm zu oder: „Herr Koch, du musst mein Geschenk an die Spitze hängen, damit es das Christkind zuerst sehen kann!“

Der Hausmeister war geduldig, schon seit vielen Jahren erledigte er diese Aufgabe und für ihn war es die rechte Weihnachtsfreude, so viele strahlende Kinderaugen zu sehen.
In diesem Jahr aber hatte sich Herr Koch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Es war nämlich sein letztes Jahr im Dienst der Stadt und es sollte einen Abschluss bilden, an den man sich noch lange erinnern würde. So hatte es sich der Fast-Rentner vorgenommen.
In den Schulen und Kindergärten hatte er Aushänge aufgehängt und mit den Lehrern und Erziehern gesprochen. Herr Koch wünschte sich nur große Sterne am Baum und auf jedem Stern sollte ein persönlicher Wunsch vermerkt sein. Keiner, den man einfach mit Geld und im nächsten Warenhaus erfüllen konnte, sondern einer, mit dem man einem anderen eine große Freude bereiten wollte. Die Lehrer erklärten es den Kindern und die waren gleich mit Feuereifer bei der Sache.

So ganz einfach war das aber nicht, denn was sie sich selbst wünschten, das wussten sie längst. Aber was sie jemand anderem wünschen sollten, das war eine andere Sache.
Frau Müller gab ihren Schülern ein Beispiel.

„Da ich nicht mitmachen darf, sage ich euch jetzt, was ich auf meinen Stern schreiben würde. Vielleicht habt ihr dann eine gute Idee, wie euer Wunsch ausfallen könnte. Also: Meine Nachbarin ist schon alt. Ihr größter Traum ist es, einmal noch ihren Sohn zu sehen, der weit weg, in Amerika lebt. Ich wünsche ihr, dass sich dieser Wunsch recht bald erfüllt, denn sie ist sehr krank.“

Die Kinder waren ganz still geworden. Die Idee war so schön, eine solche Bitte wollten sie auch formulieren und manchen fiel auch gleich ein Mensch ein, der in der näheren Umgebung lebte und der auch so einen Wunsch haben könnte. „Ihr dürft euren Wunsch aber nicht verraten, dann erfüllt er sich nicht!“, verriet Frau Müller den Kindern.

Große rote und goldene Sterne wurden aus dicken Karton ausgeschnitten, dann schrieben die Schüler die Wünsche auf die Rückseite und am Schluss wurde jeder einzelne Stern in eine Folie eingeschweißt, damit Regen oder Schnee ihm nichts anhaben konnte.
Am nächsten Tag gingen dann alle gemeinsam zum Rathaus und dort beobachteten sie, wie ein Stern nach dem anderen am Weihnachtsbaum befestigt wurde. Der Bürgermeister hatte Punsch für alle gespendet und er beobachtete das Treiben wohlwollend aus seinem Rathauszimmer.

„Wenn sich ein Wunsch erfüllt hat, dann leuchtet der Stern, der dazu gehört!“, erklärte er seiner Sekretärin, die lächelte, aber nicht so recht daran glauben wollte. Sie fand, dass es eine schöne Geste sei, aber Wunder hatte sie noch keine erlebt und das würde ihr auch der Chef nicht einreden können.

Ein paar Tage lang bewunderten alle Leute der Stadt „ihren“ Weihnachtsbaum und sie erfreuten sich an der Geschichte, dass die Sterne leuchten würden, wenn sich Wünsche erfüllten. Besonders gut beobachtete Herr Koch den Baum, denn schließlich hatte er ja die Idee gehabt, es in diesem Jahr einmal anders zu machen. Er wünschte sich sehr, dass möglichst viele Sterne leuchten mögen.

Alltag war eingekehrt in der kleinen Stadt. Der Baum stand an seinem Platz, jeder hatte ihn gesehen und bewundert und eigentlich warteten nur noch die Kinder, Herr Koch und der Bürgermeister auf ein Leuchten oder zwei oder drei. Am Tag vor dem Heiligen Abend, es war den ganzen Tag nicht richtig hell geworden, weil die Wolken voller Schnee waren, passierte dann etwas, über das alle noch lange reden würden. Dicke Schneeflocken fielen auf die Stadt und auf den Weihnachtsbaum und sie legten sich auf seine Zweige und alle, die gerade in der Nähe waren, blieben stehen und freuten sich. Und während sie den Baum betrachteten, leuchtete ein Sternchen in hellem Licht auf und dann noch eines und ein weiteres und es dauerte fast eine Stunde, da waren alle Sterne hell erleuchtet und das hieß dann wohl, dass sich alle Wünsche erfüllt hatten.

„Wie kann das sein?“, fragten sich die Leute. „Da ist doch ein Trick dabei!“ Herr Koch stand mit klopfendem Herzen ganz in der Nähe, aus seinen Augen lösten sie Tränen, die heiß über die kühlen Wangen rollten. Wie schön das war und wie Recht er doch behalten hatte.
Auch der Bürgermeister beobachtete das Wunder, schnell ließ er sich seinen Mantel geben und eilte nach draußen, um sich mit den Menschen zu freuen, die dort standen und Beifall klatschten. Ein Wunder, ein richtiges Wunder in seiner Stadt. So stolz war er nur bei seiner Wahl gewesen, damals, vor vielen Jahren.

Nun mag man sich fragen, wie es denn kam, dass alle Sterne zu funkeln anfingen, wo es doch so viele Wünsche waren, die dort verzeichnet waren? Wenn ich euch jetzt sage, dass die alte Dame, von der die Lehrerin gesprochen hatte, just in dem Moment Besuch von ihrem Sohn aus Amerika bekam, dann beantwortet sich diese Frage wohl von selbst, oder?

Das Bild „Rathaus mit Weihnachtsmarkt“ wurde von der Paderborner Künstlerin Ulla Mersch gemalt.

Sie mögen die Geschichten von Regina Meier zu Verl? Dann sei Ihnen ein ganz besonderes Büchlein ans Herz gelegt. Erhältlich als Taschenbuch oder als Kindle-Edition.

Oma und ich und die Weihnachtszeit

Oma und ich Wem die Geschichten von Regina Meier zu Verl gefallen, mag ganz bestimmt auch das Buch über die Weihnachtsfreude „Oma und ich und die Weihnachtszeit„, das sie zusammen mit Elke Bräunling veröffentlicht hat.

24 Advents- und Weihnachtsgeschichten erzählen von Rentieren mit kalten Füßen, dem Belzenickel und einem kleinen und großen Nikolaus. Es plaudern die Figuren im Adventskalender miteinander und Kinder überlegen sich, wie sie ihrem Vater, der eigentlich keinen Wunsch hat, eine Weihnachtsfreude bereiten können. Begleiten Sie die Helden in diesem Erzählband auf den Weihnachtsmarkt oder in den Weihnachtswald, lernen Sie Hund Donald kennen, die sprechende Christbaumkugel oder die Zwillinge Jule und Jette, die dem Christkind zu Heiligabend ein ganz besonderes Geschenk machen.

Wer die rechte Weihnachtsfreude sucht, der findet sie in diesem Buch. Ungewöhnliche Weihnachtshelden auf der Suche nach Weihnachten, nach dem passenden Geschenk oder der Weihnachtsfreude, die auf vielfältige Art und Weise entdeckt werden kann, versammeln sich in diesem Buch.

Zurzeit als Kindle-Edition für € 2,99 bei Amazon.

Rilke macht den Advents-Unterschied auf Gut Böckel

Weißt du, ich will mich schleichen
leise aus lautem Kreis,
wenn ich erst die bleichen
Sterne über den Eichen
blühen weiß.

Wege will ich erkiesen,
die selten wer betritt
in blassen Abendwiesen?
und keinen Traum, als diesen:
Du gehst mit.

Rainer Maria Rilke.  Aus: Advent, 1898 

Wieder sehr gut besucht: Weihnachten auf Gut Böckel
Wieder sehr gut besucht: Weihnachten auf Gut Böckel

Was ist es, das Jahr für Jahr mehr Menschen in das idyllisch im Wiehengebirge-Örtchen Rödinghausen und das Gut Böckel zieht? Klar.  „Weihnachten im Stall“ ist unter den Advents- und Weihnachtsmärkten in Ostwestfalen-Lippe schon ein anderes Ereignis. Fernab der Glühwein- und Eierpunsch trinkenden Massen. Obwohl es in der Senke Rödinghausens auch diesmal wieder heftig voll ist. Vielleicht ist es jener Rilke-Geist, der untrennbar mit dem Gut der Familie Leffers verbunden ist?

Weihnachten im Stall auf Gut Böckel
Weihnachten im Stall auf Gut Böckel

Natürlich sind die weit über 100 Anbieter mit ihren teils sehr außergewöhnlichen Angeboten ein Magnet. Beeindruckt die einmalige historische Kulisse. Überzeugt die Gastronomie. Schwebt die Geschichte um Rilke-Turm und weitläufiges Anwesen mit dem wundervollen Park und den Greften.

Abmarsch von Gut Böckel mit Mistelzweig
Abmarsch von Gut Böckel mit Mistelzweig

Jedenfalls haben wir niemand gesehen, der nicht mit einem Mistelzweig, einem Tütchen oder mehreren den Weg nachhause antrat. Stellen Sie sich diese Vertonung eines Rilkeschen Adventsgedichtes einmal auf Gut Böckel vor:

Am morgigen Sonntag gibt es von 11 bis 18 Uhr nochmals Gelegenheit zum Besuch.

Adventssamstagseinkaufsschlachten

Auch Pinocchio möchte unter den Weihnachtsbaum

In den Parkhäusern und auf den Straßen der größeren Städte der Region OWL – Bielefeld, Paderborn, Herford, Minden, Detmold, Lemgo, Höxter, Warburg, Verl, Versmold, Halle – wird heute die erste von vier „Adventssamstageinkaufschlachten“ geschlagen. Schließlich macht der stationäre Handel im Weihnachtsmonat einen großen Teil seines Jahres- umsatzes. Es soll aber auch Leute geben, die sich ganz schlicht unter der Woche in die glitzernden Einkaufsstätten begeben. Pinocchio geht auch dann gerne mit.

Die müssen sein: Vanillekipferln

Ohne die geht Advent und Weihnachten nicht: Vanillekipferln

Neulich trafen wir einen der immer einmal bevorzugt aus dem westlich an OWL grenzenden Münsterland hereinströmenden Spökenkieker. „Vanillekipferln? Die back ich doch mit links“. Nun, wir verlassen uns lieber auf unsere guten Drähte zum hiesigen Konditorenhandwerk und sagen hier für die, die es partout selbst probieren wollen, was uns die süße Zunft als Rezept mitgegeben hat:

250 Gramm Mehr, 100 Gram gemahlene Mandeln, 160 Gramm Zucker, Salz, 180 Gramm Butter (kalt), 5 Päckchen Dr. Oetker Vanillezucker, Frischhaltefolie und Backpapier fürs Blech.

Mehl, Mandeln und 90 Gramm Zucker, wenig Salz und Butterflöckchen in einer Rührschüssel mit dem Handmixer und Knethaken bearbeiten, dann mit den Händen einen glatten Teig produzieren. Den lassen Sie eine Stunde eingewickelt kalt ruhen. Backbleche mit Backpapier auslegen, Ofen vorheizen (Elektro 175 Grad, Umluft 150 Grad, Gas Stufe 2).  Teig zu längeren Rollen von dicker Daumdicke formen und fünf Zentimeter lange Stücke abschneiden. Halbmondförmige Kipferln formen und auf die Bleche legen. Ca. eine Viertelstunde backen. Restlichen Zucker mit dem Vanillezucker mischen und die gebackenen Kipferln sofort darin wälzen. Ausgekühlt ein paar probieren.

Ganz traditionell

Tradition: Grüner Kranz und rote Schleife

Der Türschmuck zur Adventszeit ist bei „Living in OWL“ traditionell ein  grüner Kranz mit roter Schleife. An anderen Türen hängen Kränze mit Figuren, Schmuck  und goldenem Flitter. Ganz Progressive sollen sich ja schon Kränze mit süßen Sachen an die Tür gehängt haben ….

Totensonntag 2011

Viele bekannte Namen Bielefelds haben auf dem Friedhof am Jahnplaz ihre Grabmäler

Der letzte Sonntag vor dem 1. Advent ist der Totensonntag. Ausserdem ist es  der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Die Bezeichnung „Totensonntag“ für diesen kirchlichen Feiertag bezieht sich entgegen weitläufiger Meinung auf das „ewige Leben“. Der Totensonntag mahnt aber ebenso die Erinnerung an die Verstorbenen an, deren mit Gebeten und Fürbitten in speziellen Gottesdiensten gedacht. Am Totensonntag herrscht in allen Bundesländern – aber unterschiedlich gehandhabt – das sogenannte Tanzverbot, das aber z.B. auch Sportveranstaltungen beinhaltet.