Im Zweischlingen (Bielefeld-Quelle) gehts um den angenagelten Pudding

Direkt unter Hünenburg: Das Zwischlingen in Bielefeld.Quellle
Direkt unter Hünenburg: Das Zwischlingen in Bielefeld.Quellle

Sie sind – fast immer – unter 30 und wahrscheinlich brauchen sie auch das Geld. Einmal im Jahr veranstaltet die Kabarettgemeinschaft Bielefeld e.V. als gemeinnütziger Verein den Bielefelder Kabarettpreis. Aner nicht nur das Genre Kabarett sondern vor allem junge Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus diesem Genre zu fördern. 1998 ins Leben gerufen findet er seitdem jedes Jahr auf der Kleinkunstbühne des ZWEISCHLINGEN (Osnabrücker Straße 200, Bielefeld-Quelle) statt.

Als einziger Kabarettpreis im bundesdeutschen Raum spricht man hier ausschließlich junge Nachwuchskünstler der Sparten Kabarett und Artverwandtes (politisch-satirisches, literarisches, musikalisches Kabarett, Stand-up) an, die bis zum Zeitpunkt der Teilnahme nicht mehr als ein Programm produziert haben und nach Möglichkeit nicht älter als 30 Jahre alt sind.

Der Bielefelder Kabarettpreis ist mit insgesamt 2.500 EURO und einem Komplettauftritt im Bielefelder ZWEISCHLINGEN dotiert. Dazu gibt es – schliesslich sind wir in Bielefeld – eine Trophäe: Ein an die Wand genagelter Pudding. Eintrittskarten im Vorverkauf. Los gehts (Vorrunde Freitag, Finale Samstag) jeweile um 20 Uhr.

Was ist eigentlich „Landlust“?

Roter Mohn entlang der Queller Straße

Der letzte Zipfel der Großstadt Bielefeld endet kurz hinter dem Vorort und Brackweder Ortsteil Quelle. Schon in Obersteinhagen sollte man sie also atmen können, die Landluft. Hieß es nicht früher, „Stadtluft macht frei“?  Aber das war wohl anders gemeint. Aus Siedlungen rund um Burgen – die Sparrenburg beispielsweise – und Klöster – Dahlheim im Paderborner Land etwa – , die ab dem 11. Jahrhundert von freigekauften Leibeigenen und anderen Angehörigen des 3. Standes gegründet wurden, entstanden neben den alten römischen oder auch germanischen Gründungen weitere Städte. Dabei setzten sich immer mehr Leibeigene in die Städte ab, wo sie für ihre Grundherren zumeist unauffindbar waren. So wurde es Rechtsbrauch, dass ein in einer Stadt wohnender Unfreier nach Jahr und Tag nicht mehr von seinem Dienstherrn zurückgefordert werden konnte und somit ein Insasse (auch Stadtbewohner) wurde. Wenn der Dienstherr aber mit sieben Zeugen beweisen konnte, dass der Leibeigene sein Eigentum sei, musste er ihm wieder dienen. Diese Regelung wurde durch das Statutum in favorem principum zugunsten der Fürsten aufgegeben. Heute sind unterschiedliche Strömungen zu beobachten. „Mit dem Niedergang der Holz – und Möbelindustrie ist in unserer Gegend kaum noch etwas los“, sagt zum Beispiel Silvia Pollmann, Wirtin des „Leopoldstaler Hof“ im Staatsbad Horn-Bad Meinberg. Leerstände und Geschäftsaufgaben sind in der großen und kleinen Städten, aber auch in den Gemeinden an der Tagesordnung. Ulrich Welpinghus, Bäcker und Konditor des seit 1770 bestehenden Unternehmens sagt: „Die Geschäftswelt hat schwer zu kämpfen in Borgholzhausen und Steinhagen. Die Verbraucher haben heute ganz andere Einkaufs- und Konsumgewohnheiten. Man muss ideenreich und kreativ sein“.

Der Gemüsehof Ströhen

Eine, die mit ihrem „Gemüsehof Ströhen“ durchaus vom Trend profitiert, mehr und mehr Produkte aus der Region ganz frisch zu kaufen, ist  Kornelia Wölki. Am Sonntag, 3. Juni, gibt es am Steinhagener Rathaus ab 11 Uhr einen „Umweltmarkt“ mit dem Schwerpunkt Ernährung. Ulrich Welpinghus wird mit seinem mobilen Backofen demonstrieren, wie gut sein Brot aus Produkten der Region schmeckt. Vielleicht spüren wir da, was „Landlust“ ausmacht?

Kanadagans – auch in OWL gesichtet

Die Kanadagans ist etwas größer als die Graugans und stammt ursprünglich aus Nordamerika.Heutzutage ist sie aber auch in Großbritannien, Irland, Skandinavien und Deutschland zu finden, allerdings meist in Küstenregionen.

In Bielefeld-Quelle – also abseits jeglicher Küste – wurde jedoch jüngst ein Kanadagans-Pärchen gesichtet, das sich auf dem Hof König an einem Teich niedergelassen hat. Was hat sie nach Ostwestfalen verschlagen? Gefällt es ihnen hier? Fliegen sie bald gen Süden oder warten sie in diesen Gefilden auf den Winter? Wir wissen es nicht, freuen uns aber, sie gesehen zu haben.

Kanadagans. Foto: Manfred Hoff