Das Weiße kam über Nacht

Mit einer Schneedecke gewinnt vieles in OWL
Mit einer Schneedecke gewinnt vieles in OWL
Die Schnapsgemeinde am Teutosüdhang hat noch kaum geräumt
Die Schnapsgemeinde am Teutosüdhang hat noch kaum geräumt
Noch keine Rehe auf der bemehlten Futterwiese
Noch keine Rehe auf der bemehlten Futterwiese
...und im Steihnagener Café duftet es nach Borgholzhausener Backwaren
…und im Steinhagener Café Welpinghus duftet es nach Borgholzhausener Backwaren

Silvester 2012

P1060124 Silvester 2012

Die Kirchturmglocke
schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.
Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe
und werfen die Mützen in die Höhe.
Der Schornsteinfegergeselle Schwerzlich
küßt Konditor Krause recht herzlich.
Der alte Gendarm brummt heute sogar
ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr.

Joachim Ringelnatz

Obstkuchensaison

Noch´n Kleksken Sahne bei …i

Irgendwie genial, die Zwetschgen- und Pflaumenkuchen aus der Handwerksbäckerei. So richtig frisch vom Blech, duftender Kaffee dazu und der nachmittägliche Wochenendkaffeeklatsch ist perfekt.

A33-Lücke: „Vielleicht Ende 2012 fertig“

Autobahn A33: Ganz genau weiss man noch nicht, wann sie fertig ist.

Die unendliche Geschichte der Autobahnlücke der A33 zwischen Osnabrück und Bielefeld hat ja viele Possen. An der hoffentlich finalen wird gerade gestrickt.Der Lückenschluss um Bielefeld herum verzögert und verteuert sich heftig. Da stellte man beispielsweise – oh Wunder! – fest, das es in den Rieselfeldern bei Windel morastige Stellen gibt, die Baumaschinen versinken lässt. Was man ja nun wirklich nicht ahnen konnte. Dann baute man das Autobahnkreuz A 2/A 33 „zukunftssicher“ aus. Das hätte man in über 3 Jahren Planung ja nun wirklich nicht ahnen, geschweige denn planen können. Jedenfalls sagt der Andreas Meyer, Leiter der Bielefelder Filiale des Landesbetriebes Strassen NRW: „Wenn das Wetter mitspielt, könnten man Ende 2012 fertig sein“. Vielleicht, wenn, aber. Tatsache ist jedenfalls: das letzte Teilstück zwischen Borgholzhausen und Halle/Westf. schwebt erstmal. Es läuft nämlich eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht.  Und angenommen, die Richter geben grünes Licht, dann rechnen sie noch mal 7 Jahre Bauzeit ….

Da lachen ja die über 40 Jahre bestehenden „Höhner“: Schade Schokolade.

So schneidet man Radi richtig

Das Finale: Rettich, essbereit   Bilder: Jürgen Hahn

Der Artikel vom 26. Juni hier auf Living in OWL erinnerte unseren Gartenexperten Jürgen Hahn an eine Radi Schneidetechnik, die ihm einmal das bayerische Urgestein Xaver beigebracht hat. Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass der Rettich sehr gut an allen Schnittstellen gesalzen werden kann, dadurch besser „weinen“ kann und dem Rettich die zu große Schärfe nimmt. Wenn das Schneiden gelungen ist , kann er wie eine Ziehhamonika auseinandergezogen werden, schmeckt nicht nur gut, ist sogar ein ein kleines Kunstwerk. Das Auge isst mit. Dazu noch eine resche Laugenbrezel oder ein kräftiges Brot, wie die Hofkruste von Welpinghus.

So gehts:

Das sind die ultimativen Radischneidschritte, die wir nicht vorenthalten wollen:

1. Grün und Spitze abschneiden.

2. Längs abschälen.

3. Alle 2-3mm einschneiden, keine Scheiben, nicht durch, sondern nur ca. 2/3 tief.

4. Auf die Rückseite drehen, weiter wie Punkt 3. jedoch Messer ca. 30° schräg halten

5. Salzen

6. Zum „Weinen“ in ein Glas stellen

7. Nachdem der Saft den Rettich ganz durchzogen hat, ist er fertig zum Genuss.

„Den Sturm füttern“

Schinken, Wurst und Brötchen aus OWL. Gouda aus Holland

Durchschnittlich 22,33 Mio. Zuschauer verfolgten am Samstag abend in Deutschland das EM-Spiel Deutschland gegen Portugal – ein Marktanteil von 69,3 Prozent aller eingeschalteten Fernseher. Public Viewing bleibt dabei sogar unberücksichtigt. Das Schönste daran ist aber die blumenreiche Fußballsprache:

„Sie lassen den Sturm glatt verhungern“

Nun, mit Schinken und Wurst von Haskenhoff auf Brötchen von Welpinghus geht das ja eigentlich nicht. Nur der junge Gouda aus Holland muss noch durch ein Pendant aus unserer „Käsestadt“ im Kreis Höxter, Nieheim (Deutscher Käsemarkt vom 31. August bis 2. September 2012) ersetzt werden.

Was ist eigentlich „Landlust“?

Roter Mohn entlang der Queller Straße

Der letzte Zipfel der Großstadt Bielefeld endet kurz hinter dem Vorort und Brackweder Ortsteil Quelle. Schon in Obersteinhagen sollte man sie also atmen können, die Landluft. Hieß es nicht früher, „Stadtluft macht frei“?  Aber das war wohl anders gemeint. Aus Siedlungen rund um Burgen – die Sparrenburg beispielsweise – und Klöster – Dahlheim im Paderborner Land etwa – , die ab dem 11. Jahrhundert von freigekauften Leibeigenen und anderen Angehörigen des 3. Standes gegründet wurden, entstanden neben den alten römischen oder auch germanischen Gründungen weitere Städte. Dabei setzten sich immer mehr Leibeigene in die Städte ab, wo sie für ihre Grundherren zumeist unauffindbar waren. So wurde es Rechtsbrauch, dass ein in einer Stadt wohnender Unfreier nach Jahr und Tag nicht mehr von seinem Dienstherrn zurückgefordert werden konnte und somit ein Insasse (auch Stadtbewohner) wurde. Wenn der Dienstherr aber mit sieben Zeugen beweisen konnte, dass der Leibeigene sein Eigentum sei, musste er ihm wieder dienen. Diese Regelung wurde durch das Statutum in favorem principum zugunsten der Fürsten aufgegeben. Heute sind unterschiedliche Strömungen zu beobachten. „Mit dem Niedergang der Holz – und Möbelindustrie ist in unserer Gegend kaum noch etwas los“, sagt zum Beispiel Silvia Pollmann, Wirtin des „Leopoldstaler Hof“ im Staatsbad Horn-Bad Meinberg. Leerstände und Geschäftsaufgaben sind in der großen und kleinen Städten, aber auch in den Gemeinden an der Tagesordnung. Ulrich Welpinghus, Bäcker und Konditor des seit 1770 bestehenden Unternehmens sagt: „Die Geschäftswelt hat schwer zu kämpfen in Borgholzhausen und Steinhagen. Die Verbraucher haben heute ganz andere Einkaufs- und Konsumgewohnheiten. Man muss ideenreich und kreativ sein“.

Der Gemüsehof Ströhen

Eine, die mit ihrem „Gemüsehof Ströhen“ durchaus vom Trend profitiert, mehr und mehr Produkte aus der Region ganz frisch zu kaufen, ist  Kornelia Wölki. Am Sonntag, 3. Juni, gibt es am Steinhagener Rathaus ab 11 Uhr einen „Umweltmarkt“ mit dem Schwerpunkt Ernährung. Ulrich Welpinghus wird mit seinem mobilen Backofen demonstrieren, wie gut sein Brot aus Produkten der Region schmeckt. Vielleicht spüren wir da, was „Landlust“ ausmacht?

Kleines Borgholzhausen. Ganz groß

Einiges los in der kleinen Stadt
Wenn man die kleine Stadt mit der großen alten Burg Ravensberg ein wenig abseits der Bundesstrasse 68 auf der Kaiserstraße wieder verläßt und rechts oder links Richtung Autobahn A 33 will (zur Zeit beginnt oder endet sie hier noch vor Halle/Steinhagen/Bielefeld) weisen lustige Werbefiguren und Banner auf die kommenden Ereignisse in Borgholzhausen hin.  Wobei sie durchaus bekannt sind. Wie beispielsweise bei Strassenläufern die „Nacht von Borgholzhausen“ am 16. Juli. Veranstaltet vom LC Solbad Ravensberg. 800 Mitglieder hat dieser zweitgrößte Sportverein der Lebkuchenstadt im Herzen des Teutoburger Waldes. Erfunden hat den weit über die Grenzen von OWL bekannten Lauf wohl der Niederländer Henk Snepvangers, in den 70er Jahren als Soldat in Pium stationiert. Der »fliegende Holländer«, wie ihn kürzlich der grade 65 Jahre jung gewordene Vereinsboß Friedhelm Boschulte vorstellte., hält mit starken 14:55,4 Min. bis heute den Vereinsrekord über 5000 Meter.

In Qualität und Geschmack seit 1770 einmalig: Konditorei Welpinghus

Ganz viele werden die „Nacht der Nächte“ auch nutzen, in der Kaiserstraße 4 bei Beate Welpinghus im Laden mit Café einzukehren und etwas von den Produkten mitzunehmen, die unweit von hier in der Backstube von Ulrich Welpinghus entstehen. Wer einmal vor Ort erlebt hat, was den Unterschied zwischen „Back- und Konditorhandwerk“ und wirklich tagtäglich gelebter Handwerkskunst und traditioneller Herstellung ausmacht, kann es nachvollziehen. Weil es nicht nur schmeckt sondern auch Trends nach hochwertigem Essen und Produkten der Region stützt, wird „Living in OWL“ zukünftig häufiger darüber berichten.

Station am Hermannsweg: Borgholzhausen

Kleine Stadt am Hermannsweg: Borgholzhausen

Unweit der Bundesstraße 68 nach Osnabrück liegt zwischen Halle und Dissen das kleine Städtchen Borgholzhausen. Es hat jene Niedlichkeit, die Örtchen eigen ist, wenn die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Vielen Autofahrern wird der Name ein Begriff sein. Beginnt und endet doch hier noch die Autobahn A 33.

Gedenken an 1870 - 71

In Ortsmitte, direkt vor der evangelischen Kirche steht ein Denkmal für die Soldaten der Stadt. „Gefallen 1870 – 71“. Die Hauptstraße heißt sicher nicht ohne Grund „Kaiserstraße“. Als „Lebkuchenstadt“ ist Borgholzhausen auch bekannt. Heute noch weht der Duft von Koriander, Honig, Zucker und allerlei anderen Gewürzen durch die Straßen, wenn Jochen und Peter Knaust jetzt schon in 5. Generation backen. Vertrieben wird das Gebäck unter der Marke „von Ravensberg“.

Lebkuchenhochburg Borgholzhausen

Jener Konditor und Bäcker Welpinghus, der in Steinhagen an der Woerdener Straße eine gut laufende Konditorei mit Café eröffnete, hat hier sein Stammhaus.

Stammhaus Welpinghus

Wer durch den überschaubaren Ort am  Teutoburger Wald schlendert, trifft häufig Gruppen von Wanderern, die auf dem Hermannsweg sind. Aber auch sonst gibt es einige Sehenswürdigkeiten.  Der Luisenturm, die Burg Ravensberg oder  Haus Brinke .

Burg Ravensberg

Wer in die Historie eintauchen möchte, kann das in der Zieglerschen Apotheke tun. 1767 erhielt der Bürger Daniel  Ernst Köhler, gen. Herschmann von Preußenkönig Friedrich dem Großen ein Privilegium zur Errichtung einer Apotheke. Wie es dann weiterging und warum sie „Zieglersche“ heißt, kann man sich in der Apotheke von Apotheker Jochen Zinnel erzählen lassen oder auf der Webseite nachlesen.

Zieglersche Apotheke Borgholzhausen