Man vergisst die Welt – Wege durch das Land auf Schloß Rheda

Schloßpark Rheda Orangerie
Schloßpark Rheda Orangerie (Foto: Wege durch das Land)

Am 13. und 14. Juli 2013 gastiert das ostwestfälisch-lippische Literatur- und Musikfestival Wege durch das Land auf Schloß Rheda.
Schloß Rheda verfügt über kunstvoll gestaltete Säle und Salons. Das sogenannte Landschaftszimmer ist eine besondere Noblesse. 1806 ließ das Fürstenhaus zu Bentheim-Tecklenburg dort handgedruckte Bildtapeten anbringen, die Vues de Suisse des französischen Künstlers Pierre-Antoine Mongin. Der Blick fällt auf eine idealisierte Schweizer Landschaft mit Bergreihen, Burgen, Almhütten, Gletschern, Seen, ein in sich ruhendes Panorama in Grün-, Türkis- und Erdtönen, mit Gold gegen den leuchtend blauen Himmel abgesetzt. Genreszenen begeistern den Betrachter durch ihren Detailreichtum, ein Effekt, den Jean-Jacques Rousseau als Augenweide bezeichnet: ‹Man vergißt die Welt, man vergißt sich selbst, man weiß nicht mehr, wo man ist›. Fürstin Louise hat jedenfalls nach sechsjähriger Betrachtung der Tapete eine Reise in die Schweiz unternommen.
Dominique Horwitz  (Foto: privat)
Dominique Horwitz (Foto: privat)

Wir folgen ihr an den Bieler See mit den ‹Träumereien eines einsamen Spaziergängers› von Jean-Jacques Rousseau, die von Dominique Horwitz gelesen werden, einem der großen deutschen Film- und Theaterschauspieler, der für seine intensiven Rollen mit dem Goldenen Löwen beim Filmfestival Venedig und als Chanson-Sänger mit dem Mephisto-Preis geehrt wurde.
In der Musikbibliothek, die die Fürsten Moritz Casimir I. und II. im 18. Jahrhundert aus ganz Europa zusammentrugen, befanden sich auch die Noten der heute vom Szymanowski Quartet aufgeführten Werke von Haydn und Pleyel. Das 1995 gegründete und vielfach geehrte Ensemble pflegt ein klassisch-romantisches Repertoire und erarbeitet zudem zeitgenössische Werke. Es gastiert in den großen Konzertsälen wie Carnegie Hall, Wiener Musikverein, Gewandhaus Leipzig und bei den international renommierten Musikfestivals.
Cees Nooteboom verbringt sein Leben mit Beobachten und Lesen, Reisen und Schreiben. ‹Ich habe noch nie an einen Gott geschrieben. Ich muß einfach anfangen.› In seinem neuesten Buch „Briefe an Poseidon“ führt er ein Gespräch mit Landschaften, Büchern, Kunstwerken, dem Himmel und den Pflanzen – und immer wieder mit Poseidon. ‹Einem Gott zu schreiben, der nicht antwortet – das gibt einem das Gefühl phantastischer Freiheit›, schreibt Cees Nooteboom, dessen Werk in 15 Sprachen übersetzt ist und der zahlreiche Ehrungen, wie den Prijs der Nederlandse Letteren, die Karlsmedaille oder den Österreichischen Staatspreis, erhielt.
Samstag, 13. Juli 2013 um 18.00 Uhr
Sonntag, 14. Juli 2013 um 11.30 Uhr
Schloß Rheda
Steinweg 16
33378 Rheda

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