Von Ana Kerstin Huber, ZENiMALS

Hitze ist für ältere Hunde mehr als „unangenehm“. Mit zunehmendem Alter arbeiten Kreislauf, Thermoregulation und Organe häufig weniger effizient. Dazu kommen bei vielen Seniorhunden Medikamente, chronische Entzündungen oder Schmerzen – Faktoren, die die Belastbarkeit senken. Deshalb ist im Sommer nicht „mehr Bewegung“ die Lösung, sondern ein Alltag, der Überhitzung konsequent verhindert.
1) Direkte Sonne vermeiden
Seniorhunde sollten nicht längere Zeit in der prallen Sonne liegen oder laufen. Hohe Temperaturen und längere Sonnenexposition erhöhen das Risiko für Hitzestress bis hin zum Hitzschlag. Warnzeichen, die du ernst nehmen solltest: starkes Hecheln, Unruhe, glasiger Blick, Schwäche, Zittern, sehr warme Ohren oder Apathie.
2) Tagesablauf anpassen: Bewegung nur zu kühlen Zeiten
Der größte Hebel ist Timing. Spaziergänge gehören in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend. Mittags gilt: keine sportlichen Aktivitäten, kein Ballspiel, kein Training – und auch keine „nur kurz“-Runde auf heißem Untergrund. In der Hitze zählt Energie sparen, nicht Leistung.
3) Kühlen Rückzugsort schaffen
Ein kühler Raum hilft dem Körper, überhaupt herunterzufahren. Wenn möglich, richte einen Rückzugsort ein, der spürbar kühler ist als der Rest der Wohnung. Wichtig: Der Hund entscheidet selbst, wann er dort liegen möchte – kein Zwang.
4) Trinken erleichtern – Hydration aktiv unterstützen
Wasser sollte immer verfügbar sein, am besten mehrere Näpfe an verschiedenen Orten. Manche Seniorhunde trinken besser, wenn das Wasser „interessanter“ ist. Geeignet ist zum Beispiel Gurkenwasser (ein paar Gurkenscheiben kurz ziehen lassen) oder abgekühlter, ungesüßter Pfefferminztee. Wichtig: keine Zusätze mit Zucker oder Süßstoffen.
5) Wenn der Hund zu heiß wird: Temperatur senken, nicht „weiter machen“
Dann zählt nur noch: Hydration und Körpertemperatur senken. Ruhe, Schatten und kühle Umgebung haben Priorität. Ein feuchtes Handtuch oder den Hund feucht machen kann unterstützen (z. B. über Rücken oder Bauchbereich), ohne den Hund zu stressen.
6) Achtung: heißer Boden
Asphalt/Bitumen können Verbrennungen an den Pfoten verursachen. Bei Verdacht (Humpeln, Pfotenlecken, Schmerzreaktion) sollte das ernst genommen werden.
7) Ernährung als Stabilitätsfaktor
Eine gut verträgliche, frische, nährstoffdichte Ernährung kann im Sommer ein Schutzfaktor sein, weil sie Darm, Immunsystem und Regeneration unterstützt – besonders bei Seniorhunden mit sensibler Verdauung.
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Über die Autorin
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Ana Kerstin Huber ist Tierheilkundlerin mit über 25 Jahren Erfahrung in der Begleitung von Hunden, insbesondere von älteren und sensiblen Tieren. In ihrer Arbeit verbindet sie naturheilkundliche Ansätze wie Ernährung und Pflanzenheilkunde mit alltagstauglicher Unterstützung für Tierhalter. |
Dieser Artikel ist Teil einer regelmäßig erscheinenden Reihe, in der Ana Kerstin Huber Einblicke in die natürliche Begleitung von Hunden gibt.
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