Die Christrose

Unser Gartenexperte Jürgen Hahn

Strahlend weiße Blüten unterstreichen den winterlichen Charakter der heimischen Christrose (Helleborus niger), die dem Frost trotzt und schon im frühen Winter ihre Knospen öffnet. Der Volksmund hat ihr viele Namen gegeben. Sie wird auch Schneerose oder – weniger gefällig – Nieswurz genannt, weil aus den Pflanzen früher Niespulver und Schnupftabak hergestellt wurden. Da Blätter und Wurzel giftig sind, besteht bei solcher Verwendung Lebensgefahr. Der Name „Christrose“ deutet darauf hin, dass sich schon zur Weihnachtszeit die ersten Blüten zeigen. Schwarz sind Wurzeln und Rhizom.
Wer Anmut und Schlichtheit liebt, hat an ihren glänzenden dunklen Blättern und den dadurch hervorgehobenen Blütenschalen seine helle Freude. Bei den großen, lange haltbaren Blütenblättern handelt es sich allerdings gar nicht um echte Blüten, sondern „nur“ um so genannte Hüllblätter. Diese umschließen zuerst die richtigen kleinen Blüten mit ihren gelben Staubblättern und später die Samenstände.
Christrose

Die Christrose
In der schweigenden Welt,
Die der Winter umfangen hält,
Hebt sie einsam ihr weißes Haupt;
Selber geht sie dahin und schwindet
Eh’ der Lenz kommt und sie findet,
Aber sie hat ihn doch verkündet,
Als noch keiner an ihn geglaubt.

Trojan, Johannes (1837-23.11.1915)

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