Novembergedanken


Dein grauer Mantel wärmt mich nicht, November.
Doch hüllt er mich ein und schmeichelt mir;
ich habe das bunte Herbstgewand
neben das zitronengelbe Sommerkleid gehängt.
Das Grau schmücke ich mit bunten Tüchern,
so wie ich meine Fenster mit Kerzenlicht erhelle.
Die Gedanken an das keimende Leben in der Natur
verscheuchen die Tristesse,
die wieder mal Gast in mir sein will.
Habe mir ein Lächeln ins Gesicht gemalt,
versuche es zu halten und siehe da,
wie gespiegelt lächeln die Menschen zurück.
Wo noch eben Missmut spürbar,
zaubert das Lächeln ein Licht um sie
und strahlt immer heller.
Mein Herz tut sich auf
und erkennt die Schönheit der Nebelschleier,
gnädig verhüllen sie die Welt,
geben ihr etwas Geheimnisvolles.
Vorfreude erwacht, kindliches Staunen,
das mit großen Augen auf die Lichter schaut,
die nach und nach die Fenster erleuchten.
Schon erahne ich die ersten Schneekristalle,
die auf meiner Nasenspitze schmelzen
und mit der Zunge fahre ich über die Lippen,
um den Winter zu schmecken.
Willkommen, November, ich mag dich und deine Eigenheiten.
Dein Geruch ist ausgeprägt in meiner Erinnerung,
wie liebe ich den Duft des Laubes.
Das Rascheln unter meinen Füßen singt mir ein Lied
und ganz leise klingen schon die Glocken des Advents mit.
Text: © Regina Meier zu Verl

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