Eine Erinnerung

Schon zu Lebzeiten meines Mannes habe ich regelmäßig bei Vollmond mit einer Freundin ein Ritual ausgeübt. Eines Tages verspürte mein Mann plötzlich das Bedürfnis, an diesem Ritual teilnehmen zu wollen: „Morgen ist doch Vollmond. Willst du nicht zu Olli fahren und euer Schreibritual machen? Ich würde mir das mal gerne ansehen.“

Meine Freundin war einverstanden. Also bereiteten wir uns vor, ich kaufte gelbe Rosen, es gab eine gelbe Decke auf den Tisch, gelbes Papier zum Draufschreiben, gelbe Kerzen etc. alles in gelb. 😉

An dem Abend dann, nachdem wir Kontakt mit der geistigen Welt aufgenommen hatten, stellte ich die Fragen und meine Freundin schrieb die Antworten mit geschlossenen Augen auf. Es wurde „durch sie“ geschrieben. Eigentlich hatten wir groß keine konkreten Fragen, nur ein paar über die Kinder, z. B. bekommt er den Ausbildungsplatz etc……

Als ich schon zu meiner Freundin sagen wollte, dass ich keine Fragen mehr habe, schrieb sie plötzlich von alleine los. Immer noch mit geschlossenen Augen.

Botschaft an Gaby

Da bekam ich aber doch etwas Gänsehaut. Meinem Mann blieb der Mund offen. Sie schrieb dann weiter:

Hier ist eure Tochter

(Ich hatte 3 Fehlgeburten, eine davon ein Jahr vor meinem jüngsten Sohn). Ich fragte, wo sie ist und wie es ihr geht und konnte kaum klar denken. Sie erzählte, bzw. meine Freundin schrieb:

Ich bin bei John in einer Kindergruppe. Mir geht es gut. Ich möchte gerne einen Namen. Deswegen habe ich den Schutzengel von Papa gebeten, ihm solange ins Ohr zu flüstern, bis er dich gefragt hat, wann ihr das Vollmondtreffen macht.

Mein Mann war immer noch sprachlos. Ich schaute ihn an und wir überlegten, welchen Namen wir unserem Mädchen geben. Damals vor den Geburten der Jungs hatten wir immer nur Jungsnamen im Kopf. Wir einigten uns auf Pia. In dem Moment wo der Name ausgesprochen war, war die Verbindung weg, und meine Freundin öffnete ihre Augen und beschrieb ein Mädchen, das genau so aussah, wie ich mit ca. 10 Jahren. Wir waren alle sehr gerührt und ergriffen und beendeten den Abend. Jeder hing seinen Gedanken nach. Auf der Rückfahrt sprachen wir kein Wort. Kurz bevor wir zu Hause ankamen, sagte mein Mann nur den Satz. „Naja dann werde ich sie ja treffen, wenn ich mal rüber gehe.“

Das war 6 Monate, bevor er starb.

Lest bitte auch: „Wie alles begann“.

Text: Gabriele Mestemacher

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