WEGE DURCH DAS LAND begeisterte Publikum und Künstler

Das 16. Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› ist am Samstag, den 8. August 2015, mit einer literarisch-musikalischen Promenade ‹Wandern mit Worten› beendet worden, an der mehr als 250 Besucher beteiligt waren.

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Von der Klus Eddessen, einer mitten im Wald gelegenen Einsiedelei, führte die zehn Kilometer lange Wegstrecke durch landschaftlich und geschichtlich bedeutsames Gelände auf den Spuren des Universalgelehrten und Literaten Jürgen von der Wense. Nora Bossong hatte für den Anlaß und für den Ort eigens neue Gedichte geschrieben.

Das diesjährige Programm, so teilt die künstlerische Leiterin des Festivals, Brigitte Labs-Ehlert mit, zeichnete sich durch neue, aufregende, unerwartete Konzepte mit 5 Uraufführungen, Eigenproduktionen und Auftragsarbeiten aus.

So inszenierte die Schriftstellerin Ulrike Almut Sandig zusammen mit den Klangkünstlern Bewernitz/Goldowski ihre neuen Gedichte ‹Grimm› in einer Performance im Schloß Corvey, die diesjährige Schauspielerin in Residence Fritzi Haberlandt überzeugte in den inszenierten Lesungen, für die sie selbst die Regie führte, Durs Grünbein las zum ersten Mal seine neuen Rom-Gedichte, das Theater im Park von Oeynhausen verwandelte sich in eine einmalige Lesebühne für fünf große Theaterschauspieler, eine Premiere war der Auftritt von Martina Gedeck und Ulrich Noethen auf Gut Böckel mit einer Dialogfassung von Lew Tolstois ‹Anna Karenina›.

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Auch das große Wagnis, ein mutiges Experiment ist gelungen: Robert Stadlober bespielte mit Schauspielkollegen, den Schriftstellern Jörg Sundermeier und Dorothee Elminger sowie Foto- und Videokünstlern, Musikern aus der Band Ja-Panik das Weser-Dorf Heimsen und das ganze Dorf spielte mit: der Posaunenchor war zum Beispiel in der Uraufführung der ‹Heimsen-Signale› zu erleben, Jugendliche gaben ein ‹Fahrrad-Konzert›, an zwei Tagen ein großer Bahnhof für die ankommenden Besucher mit je 400 Beteiligten.

Insgesamt verzeichnet das Literatur- und Musikfest mit 10.400 Besuchern einen Höhepunkt, vier Zusatzveranstaltungen wurden aufgrund der großen Kartennachfrage ins Programm aufgenommen, wie in der Vorjahren überstieg die Kartennachfrage die zur Verfügung stehenden Plätze. An 23 verschiedenen Orten in ganz Ostwestfalen fanden 36 Veranstaltungen mit über 200 Künstlern aus 20 Nationen statt, darunter viele prominente Schauspieler wie Klaus Maria Brandauer, Matthias Brandt, Corinna Harfouch und drei Generationen der Thalbach-Familie: Katharina, Anna und Nellie Thalbach.

Die nächstjährige Eröffnung ist am 5. Mai 2016 im Kreis Paderborn.

Wege durch das Land, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231 / 30 80 20

Die Zukunft gehört der Güte

WEGE DURCH  DAS LAND startet am 14. Mai 2015 in Gütersloh

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Das 16. Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› führt vom 14. Mai 2015 bis zum 8. August 2015 an 23 verschiedene Renaissanceschlösser, barocke Herrenhäuser, in Klöster und auf Deelen sowie in die freie Natur unter den blauen Himmel. Ein ganzes Dorf spielt mit. Acht neue Orte sind darunter, viele vertraute Bekannte lesen und 7 prominente Schauspieler geben ihr Debüt, insgesamt sind 185 Künstler aus 19 Ländern beteiligt. Das Programm glänzt mit großen Namen und Entdeckungen, es entwickelt aus der inhaltlichen Verknüpfung von Ort, Text und Musik neue, aufregende unerwartete Konzepte mit 5 Uraufführungen, Eigenproduktionen und Auftragsarbeiten, es vertraut unbedingt dem Wort und darauf, dass die Zukunft der Güte gehört.

Zur Eröffnung im Theater Gütersloh am 14. Mai 2015 hält Michael Krüger, Schriftsteller und überragende Verlegerpersönlichkeit, die ‹Rede an die Sprache›. Klaus Maria Brandauer liest Briefe und Gedichte, die Dietrich Bonhoeffer in der Haft verfasst hat. Dieser leidenschaftliche Auftakt zum Nachdenken erhält durch die Musik von Bach, Brahms und Ullmann eine mildere Färbung, die mit der folgenden Exkursion in die Abtei Marienfeld, Franziskanerkloster Rietberg, zum Haus Brincke und in die Likörmanufaktur Schroeder einen Zug ins Pastorale bekommt.

Eingang Haus Brincke
Eingang Haus Brincke

Dann lesen Norbert Hummelt und Judith Zander, der Cellist Alban Gerhardt und das Ensemble Wunderkammer treten auf. Auf Gut Geissel mit Verbindungen an den Comer See kombiniert das Programm am 15. und 16. Mai den italienischen Klassiker ‹Die Verlobten› von Alessandro Manzoni mit den Gedichten der Lyrikerin Patrizia Cavalli und einem Konzert frühbarocker Musik lombardischer Meister mit Stefan Temmingh, Loredana Gintoli und Stephan Rath. Im Gestüt Ebbesloh am 16. und 17. Mai begegnet Tolstois Geschichte eines Pferdes ‹Der Leinwandmesser› Clemens Meyers’ Erzählung ‹Von Hunden und Pferden›. Johann von Bülow schickt am 17. Mai im Gut Nottbeck Voltaires Candide auf die Suche nach ‹der besten aller Welten›, während der hellsichtige Beobachter Sherko Fatah seinen Helden, dem die Werte verloren gegangen sind, am ‹Letzten Ort› sieht.

Gut Geissel
Gut Geissel

Gespräche über russische Zustände werden am Pfingstwochenende auf Gut Böckel mit seiner nach Rußland reichenden Tradition aufgenommen, wenn Martina Gedeck und Ulrich Noethen Tolstois Klassiker ‹Anna Karenina› im Dialog lesen und auf Gut Consbruch tragen Jens Harzer und Maria Galic aus Schillers ‹Die Räuber›, das Boulanger Trio ist u. a. mit dem großen Bewunderer Schillers, Robert Schumann, zu erleben. Wege durch das Land wird am 30. Mai im Theater im Park von Bad Oeynhausen wortwörtlich genommen, wenn mit Constanze Becker, Jürgen Holtz, Leslie Malton, Felix von Manteuffel und Max Simonischek fünf herausragende Theaterschauspieler Texte zum Zusammenhang von Gehen und Denken, Wegstrecke und Weg der Erkenntnis vortragen und im Konzert Schnittke und Schumann gegeben werden.

Zum zweiten Mal findet eine Lyriksession statt, in diesem Jahr am 4. Juni auf Schloß Wehrden, wo ein ganzer Tag der zeitgenössischen Lyrik gewidmet ist. Am 6. Juni unterstreicht Hanna Schygulla in ihrer Lesung von Bertha von Suttners ‹Die Waffen nieder› im Stift Fischbeck das heimliche Motto des der diesjährigen ‹Wege durch das Land›: ‹Die Zukunft gehört der Güte›. Eine Woche später trifft in der Klosterkirche von Falkenhagen in der Lesung von Burghart Klaußner der Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee mit der bewegenden Musik The Blue Shroud zusammen. Von Büren gibt es eine direkte Verbindung nach Rom, die am 20. Juni in der Lesung von Goethes Römischen Elegien aufgegriffen wird.

Schloss Werden
Schloss Werden

Eine Premiere ist hier die Lesung von Durs Grünbein mit dem in Rom angesiedelten ‹Photopoem›. Am Schloß Wendlinghausen, bekanntlich mit Johann von Goethe verbunden, finden am 26. Juni seine von Hanns Zischler gelesenen Metamorphosen der Pflanzen in den Dichtungen von Franz Josef Czernin einen Echoraum. In der Abtei Marienmünster entsteht am 27. und 28. Juni eine besondere Bühne: Drei Schauspielerinnen des RambaZamba Theaters Berlin mit Down-Syndrom, Nele Winkler, Juliana Götze und Rita Seredßus, sind gemeinsam mit Angela und Tammo Winkler in einer Inszenierung nach Anton Tschechows ‹Schwestern› zu erleben.

Schloss Wendlinghausen
Schloss Wendlinghausen

Vom 3. – 5. Juli ist Fritzi Haberlandt als die diesjährige Schauspielerin in Residence auf dem Gut Holzhausen zu Gast. ‹Heimsen. Versuch über ein Dorf› ist das Literatur-Musik-Kunst-Projekt überschrieben, bei dem der Schauspieler Robert Stadlober und der Musiker und Texter Andreas Spechtl am 11. und 12. Juli nicht nur viele Künstlerfreunde einbeziehen, sondern das ganze Dorf in den künstlerischen Prozess und die Aufführung integrieren.

Am 17. und 18. Juli in der Dr. Oetker Welt Bielefeld spielt das Kronos Quartet und Monique Truong und Lilith Stangenberg sind mit Lesungen zu erleben. Hier gibt es auch die Jungen Wege als eine einzige Einladung an die Fantasie mit den Schauspielerinnen und Musikerinnen Saskia Mees und M. A. Whiteside.

Am 19. Juli findet mit dem Architekten David Adjaye auf Gut Böckel die diesjährige Rede zur Architektur statt. Jedes Märchen ist pure Poesie und Fremdsprache zugleich, im Schloß Corvey treten Katharina, Anna und Nellie Thalbach zur Lesung am 25. und 26. Juli mit Hausmärchen der Brüder Grimm gemeinsam auf, Ulrike Almut Sandig spitzt in ihrem für das Literatur- und Musikfest entstandenen Gedichtzyklus ‹Grimm› die Märchenmotive zu. Hans Magnus Enzensberger trifft sich am 1. August im Konzerthaus Detmold mit Udo Samel zu einem Gespräch mit Diderot, dabei ist auch Franui Musicbanda. Als Finale am 8. August dann ein Wandern mit Worten, ausgehend von einem alten Quellheiligtum, durch eine vielfältige reiche Kulturlandschaft an mittelalterlichen Wölbackerbeeten vorbei, an Orchideenwiesen entlang, über Kalkmagerrasen in tiefe Täler, begleitet von Musikern, Biologen, dem Schauspieler Hans Kremer und der Schriftstellerin Nora Bossong, mit Texten von Jürgen von der Wense und ganz neuen Arbeiten von Nora Bossong, die schon einmal vorab die Landschaft schriftstellerisch erkundet hat.

Kartenbestellung: online unter www.wege-durch-das-land.de
oder telefonisch unter 05231 / 30 80 210

Informationen zum Literatur- und Musikfest: www.wege-durch-das-land.de

Wege durch das Land, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold,
Tel. 05231 / 30 80 20

Künstlerische Leitung: Dr. Brigitte Labs-Ehlert

Guido holte den Antrag in Höxter ab

Winterstimmung über Höxter
Winterstimmung über Höxter

Guido (Westerwelle), seines Zeichens Aussenminister der Bundesrepublik Deutschland, hatte Besseres vor, als sich Niebel, Brüderle und Rösler in Stuttgart anzuhören. Er holte den Antrag Höxters und Schloss Corvey als kommendes Weltkulturerbe ab. Die Verantwortlichen sagen, die Chancen stünden gut. Was man von der Partei des Aussenministers nun wirklich nicht sagen kann.

Die nahe Weser gluckert vorbei
Die nahe Weser gluckert vorbei

15. – 17. Juni. Nichts wie hin in OWL!

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Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine läuft zwar. Aber es gibt es doch eine Menge von  Veranstaltungen an diesem Wochenende in OWL. Ein paar davon hat „Living in OWL“ ausgewählt. Diesmal: BielefeldGüterslohHalle/Westf., Paderborn, Lichtenau, Höxter, Kirchlengern

11. – 13. Mai. Nichts wie hin in OWL!

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Das ist nur eine kleine, subjektive Auswahl aus der grossen Fülle der Veranstaltungen in OWL, die „Living in OWL“ getroffen hat. Diesmal: Bielefeld, Paderborn, Herford, Schloss Corvey, Schloss Vinsebeck, Schloss Detmold, Lauenförde, Löhne, Vlotho, Minden.

„Ein Gang zu den Bildern im Kopf“

Aus: Rainer-Maria Rilke. "Die schönsten Gedichte" (Diogenes)

Rilke wird nur einer der berühmten Namen sein, dessen Gedichte und Texte es auf den „Wegen durch das Land“ zu hören geben wird (Gut Böckel, 17. Mai. Hannelore Elsner. Ausverkauft). Abgelegene Schauplätze und prominente Künstler der Jetztzeit. Mit einem dreitägigen Eröffungswochenende beginnt das 13. Literatur- und Musikfestival in Ostwestfalen-Lippe vom 11. – 13. Mai auf den Schlössern Corvey, Vinsebeck und Detmold. Lesungen und Konzerte mit Ulla Hahn, Marion Poschmann Adam Wiedemann, Rosemarie Fendel, Fritzi Haberland, Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Matthias Brandt, Dominik Horwitz, Heikko Deutschmann, Matthias Habich – um nur einige zu nennen – sind an historischen Literaturorten zu hören. Architektonische Kleinodien einer sich selbst allzu oft „Hintenan-in-aller-Bescheidenheit-stellenden“ und doch ziemlich grandiosen Region präsentieren sich in einem Ensemble aus Schlössern, Burgen, einsam gelegenen Kapellen in hügeliger Landschaft. Durchzogen von jahrhundertealten Alleen, Hohlwegen und englischen Parks.

Ob das Wetter mitspielen wird? Wir wissen es nicht. Aber Landpartien haben ja ohnehin ihren besonderen Reiz ob eben dieses Teils des ganzen Spiels.