BERÜHRENDES in Bielefeld

 „Lies-WAS!“ – Die Lese-Lounge am 1. Dezember.

 

Wenn man etwas geschrieben hat und es selbst gut findet, dann möchte man auch andere daran teilhaben lassen. Jeder Text findet seinen Liebhaber. Deswegen folgt Schreib-Vielfalt nicht dem Mainstream, sondern bietet bereits zum sechsten Mal allen Schreibenden und Zuhörenden den Raum, sich mit Selbstverfasstem zu zeigen.

„Lies-WAS!“ ist eine offene Lesebühne, ein Mitmach-Event für alle Schreib-, Lese- und Zuhörbegeisterten. Dieses Mal findet der Abend unter dem Motto „Berührendes“ statt. Das Thema, das sich auch in der Moderation widerspiegelt, soll nicht einschränken, sondern inspirieren und den Raum für Vielfalt öffnen.

Vier Schreibende (bekannte und oder weniger bekannte Autoren) stellen in wohlwollender Atmosphäre ihre Texte (Buchauszüge/Kurzgeschichten/Gedichte/Slams) vor. Die Lesebühne, zum Thema „Berührendes“, hat wie immer zwei „Spontan-Leseplätze“ frei.

Wer einen selbstverfassten Text in der Schublade hat, kann am Abend das „Lies-WAS!“–Los über eine Teilnahme entscheiden lassen.

Vorbeikommen und mitmachen oder einfach nur zuhören!

Moderation: Alexa Förster

Veranstaltungstermin: 19.30 Uhr, Café Künstlerei, Turmstraße 10, 33615 Bielefeld

Das Erwachen der Kreativität

Ein Text von Alexa Förster.

 „Ein Farbentraum aus Grün und Blau, ein Ausblick meiner Seele zu Papier gebracht, stehe ich vor meinem Vater und möchte ihm stolz mein Werk präsentieren. Seine Augen schwerfällig vom Bildschirm lösend schaut er in meine Richtung. Weder treffen sich unsere Blicke noch würdigt er mein Bild eines Blickes. Nebelgraues Desinteresse verhüllt seine Pupillen. Ohne sich mir wirklich zuzuwenden spricht er: „Fein Lena, das hast du gut gemacht!“. Erwartungsvoll schaue ich ihn an, möchte seinen Augen begegnen, wirkliche Anteilnahme und Freude darin lesen. Doch ehe sich unsere Blicke treffen, hat er sein Gesicht wieder abgewandt. Seine Aufmerksamkeit gleitet weg, wird eingenommen von seinen Interessen, verschwindet in virtuellen Räumen. Ich gehöre nicht zu seiner Welt, soviel wird mir in diesem kurzen Augenblick deutlich. Meine Seele in Händen haltend, stehe ich tiefgetroffen da und  frage mich im Stillen, warum Augen und Münder nicht dieselbe Sprache sprechen. Wieso Worte Lippen passieren, die sich in den Augen nicht wiederfinden – Münder lügen dürfen, während Augen die Wahrheit sagen. Ratlosigkeit macht sich in mir breit. Mit hängenden Schultern schleiche ich zurück in mein Zimmer. Achtlos lasse ich das Bild zu Boden gleiten und suche Schutz in meiner Höhle. Im Halbdunkel lausche ich nach Innen und komme zu der Erkenntnis, dass ich es scheinbar nicht gut genug gemacht habe, sonst hätte mein Vater mich sicher angesehen und das Bild von Herzen gelobt. Mein Beschluss ist schnell gefasst: Ab jetzt muss ich mich mehr anstrengen, damit ich seines Lobes würdig werde.“

(Auszug aus dem Buch: Und ewig murmelt das Tier: Ich sehe was, was Du nicht siehst. Alexa Förster, Seite 66ff.)

Der Same der Kreativität

Einst wurde der Same in jedem von uns gesät. Ein Same, der das Einzigartige enthält, das Besondere, das Individuelle. Ein Same, der unsere Befähigungen und Talente in sich birgt. Ein Schatz in den Tiefen unseres Seins, den es zu entdecken gilt. Ein funkelnder Teil des Selbst, der als kreativer Ausdruck in jedem von uns angelegt ist. Er kann entdeckt, freigelegt, aber auch durch Desinteresse, ständige Ablenkung, nicht gesehen und nicht gefördert werden verkümmern und überdeckt werden.

Viele Menschen finden allein den Gedanken, eine kreative Ader zu besitzen befremdlich. Einige erahnen ihre Gabe, doch nur wenige glauben daran. Und selbst wenn sie es sich, mit Weiterlesen „Das Erwachen der Kreativität“