„Muttersohn“ heißt sein jüngster Roman. Die Eltern betrieben die Bahnhofsrestauration und eine Kohlenhandlung in Wasserburg am Bodensee. Die Rede ist von Martin Walser, einem der größten lebenden Schriftsteller deutscher Sprache. Nicht unumstritten und streitbar. Unvergessen seine Rede 1998 in der Frankfurter Paulskirche anläßlich der Verleihung des „Friedenspreises des Deutschen Buchhandels“ an ihn, in der sein Schlußsatz „Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets ….“ für Aufsehen sorgte. Ignatz Bubis, damals Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, blieb sitzen und spendete keinen Beifall.
Alissa, Tochter des „Muttersohnes“ Walser, spannt nun die Fäden nach Ostwestfalen-Lippe, genauer Gut Böckel. Am 21. Oktober 2011 erhält die Schriftstellerin, Malerin und Übersetzerin dort vor geladenen Gästen den „Hertha-Koenig-Preis 2011“ der Hertha-Koenig-Gesellschaft. Als Trägerin des „Kleinen Hertha-Koenig-Preises 2011“ hat die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin von 1992 die Nachwuchsschriftstellerin Nadja Einzmann benannt.
Die „Buchhandlung am Kirchplatz“ Steinhagen von Susanne Lechtermann hatte den „Muttersohn“ liebevoll eingepackt, bevor ihn eine liebende Seele an jemand verschenkte, der gerne Walser liest.
PS: Es wird berichtet, der „Muttersohn“ habe neben den vielen „Schoßgebete„- Exemplaren, die gleichzeitig auf Käuferwunsch bewußt nicht eingepackt wurden, einwandfrei wie „richtige“ Literatur ausgesehen.

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