Am OWL-Tellerrand: Münster

Münster. Die Arkaden des Prinzipalmarktes

Es vergeht ganz sicher kein ZDF-Krimi, in dem der krautige Münsteraner Privatdetektiv und Antiquar Georg Wilsberg nicht die Kurve zum Nachbarn Ostwestfalen-Lippe kriegt. Gespielt vom Westfalen Leonhard Lansink ermittelt er in der kafkaesken Atmosphäre Münsters und irgendwann lohnt sich immer das ostwestfälisch-lippische Warten auf  „den Bielefeld-Satz“. Irgendjemand knallt dann etwas raus, was mit dem Oberzentrum von OWL, der doch ein Stück größeren und letztlich bedeutenderen Stadt Bielefeld zu tun hat. Mal trägt jemand ein durchlöchertes Straßenschild „Bielefeld 63 Kilometer“ unterm Arm, mal geht es um den Bielefelder Hauptbahnhof.

Aber „richtige“ OWLs haben den Konter schon auf den Lippen, anspielend auf die immer noch am Turm von St. Lamberti hoch über dem Stadtmittelpunkt Prinzipalmarkt hängenden eisernen Körbe der sogenannten „Wiedertäufer“, deren Königreich nicht einmal ein Jahr dauerte: „Bielefelder hatten es nicht nötig, gefolterte Leute in Körben auszustellen“.

Die Körbe der Wiedertäufer an St. Lamberti

Allerdings muß der nachbarliche Neid zugeben, daß Münster durchaus die knapp 60 Kilometer über die schier nicht enden wollende Warendorfer Straße oder „außen rum“ über die Autobahn wert ist. Ein Bummel über den (prallvollen) Prinzipalmarkt gehört besonders zur Weihnachtszeit fast schon zum Pflichtprogramm. Vergessen sei auch nicht die bekannte Westfälische-Wilhelms-Universität. Mit über 36.000 Studenten die fünftgrößte Deutschlands und Hauptsitz immerhin im Kurfürstlichen Barockschloß, das ein in unserer Gegend durchaus bekannter Baumeister namens Johann Conrad Schlaun (z.B. Bauten in Rietberg)  1767 bis 1787 erbaute.

MuensterCastleAtNight Bild: Creative Commons Lizenz

Mit jenem derartigen Ereignis können wir in OWL allerdings absolut nicht dienen:

Der Westfälische Frieden

Er beendete mit den Verträgen von Münster und Osnabrück 1648 den Dreißigjährigen Krieg. Da sind die kleinen Sticheleien zwischen Münster und Bielefeld schon damals vorausschauend abgegolten worden.  Münster kriegte die höheren Kirchen mit den Körben, Bielefeld die Sparrenburg. Da kann man wenigstens richtig sitzen oder stehen und runtergucken.

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