Indisches Springkraut

Sieht harmlos aus: Indisches Springkraut

Jetzt wächst es wieder an Wald- und Bachrändern: Balsaminaceae, das Springkrautgewächs. Die weiß, rosa bis violetten Blüten sind hübsch anzuschauen. Aber Liebling der Botaniker, Gärtner und Agronomen wird das anspruchslose Geschöpf nicht mehr werden. Dabei war das Anfanng des 19. Jahrhunderts anders. Als attraktive Zierpflanze aus dem Himalaya-Gebiet (Indien) eingeführt, schaffte es den „Sprung über den Gartenzaun“ durch Samenflug oder Ausschwemmen der Samen mit Wasserläufen aus Gärten und Parkanlagen, durch die Entsorgung von Gartenabfällen in der freien Landschaft und durch direkte Aussaat als vermeintlich gute Herbsttracht durch Imker.

Es kann seine Samen bis zu 7 m aus der Frucht herausschleudern und ist schwimmfähig. Jede Pflanze produziert bis zu 2.000 Samen. Ist zwar selbst nur einjährig, die Samen bleiben aber 4 – 5 Jahre lang keimfähig. Werden Pflanzen an Fließgewässern durch Hochwasser zu Boden gedrückt, kann sich jeder Knoten bewurzeln und 4 bis 5 neue aufrechte blühfähige Triebe austreiben.

Was es gefährlich macht: Das Indische Springkraut bildet wegen seiner hohen Samenproduktion schnell große, flächendeckende Bestände, in denen keine heimischen Pflanzenarten aufwachsen können. Da der nur faustgroße Wurzelballen nicht in der Lage ist, das Erdreich zu halten und zu festigen, besteht insbesondere an Gewässerufern Gefahr durch Instabilität der Böschungen und Erosion. Durch das flächendeckende Auftreten verdrängt das Indische Springkraut die standortgerechte Vegetation, die eine natürliche Ufersicherung darstellt und Lebensraum für viele einheimische Tiere bietet. Es wird nur von wenigen unspezialisierten Insekten, darunter die Honigbiene und große Hummelarten, besucht. Allerdings sind Qualität und Menge von Pollen und Nektar nicht ausreichend, um Ertrag oder vollwertiges Futter (insbesondere als Herbsttracht) zu liefern.

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