He did it again

NOVENTI OPEN  – Roger Federer gewinnt Turnier zum zehnten Mal.

Ein Kuss für den Pokal. Der Sieger der 27. NOVENTI OPEN, Roger Federer. © NOVENTI OPEN/HalleWestfalen

 

Roger Federer: „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier so oft und so lange siegen würde“
Starker belgischer Herausforderer David Goffin: „Es war auch eine gute Turnierwoche für mich“
Ministerpräsident Armin Laschet dankt Gründern für die Etablierung „dieses hochkarätigen Turniers“
NOVENTI-Vorstandsvorsitzender Dr. Hermann Sommer: „Ich bin sprachlos, welch tolle Veranstaltung dies ist“

HalleWestfalen. Roger Federer hat sich mit einem neuen historischen Rekord erneut zum Rasenkönig beim ATP 500er-Turnier in HalleWestfalen gekürt: Der 37-jährige Schweizer Weltstar gewann am Sonntag die 27. NOVENTI OPEN durch einen 7:6 (7:2), 6:1-Sieg gegen den starken belgischen Herausforderer David Goffin und stieß in bisher unerreichtes Terrain vor. „Es ist ein emotionaler, berührender Moment, ein Supergefühl auch. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier jemals so oft und so lange siegen würde“, sagte der Weltranglisten-Dritte, der zum ersten Mal in seiner Karriere nun mindestens zehn Mal bei einem einzigen Turnier gewonnen hat.

Federer ist neben seinem langjährigen Weggefährten Rafael Nadal überhaupt der einzige Spieler in der modernen Tennisgeschichte, der bei einem Event zweistellige Erfolgs-Zahlen aufweisen kann. Es ist für den Maestro der nächste Meilenstein-Moment in dieser Saison – nach dem 100. Laufbahntitel Anfang März in Dubai. Federer schaffte Halle-Titel zehn sozusagen im zweiten Anlauf, 2018 war er im Titelmatch am jungen Kroaten Borna Coric gescheitert. „Es war eine großartige Turnierwoche. Es waren immer wieder harte, dramatische Matches dabei, die mich intensiv gefordert haben“, sagte Federer, dessen aktuelle Gewinn-Verlustrechnung nach siebzehn Turnierteilnahmen in Ostwestfalen 68:7 lautet. Federers zehnter Titelcoup geht schon jetzt als einer der größten Momente in die Turniergeschichte ein. „Es ist ein riesiger Augenblick für mich“, so Federer selbst. Turnierdirektor Ralf Weber würdigte Federer nach der historischen Partie als „die prägende Persönlichkeit des Turniers“: „Es ist wunderschön, dass Roger sich diesen Traum vom zehnten Sieg bei uns erfüllen konnte.“

Auch für Federers Gegner Goffin war es ein mutmachendes Gastspiel bei Deutschlands bedeutendstem Tenniswettbewerb. Der 28-jährige Wallone, der gerade in der letzten Saison immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, machte in HalleWestfalen bei seinem Comeback in der Weltspitze wieder einen Schritt nach vorn. „Roger war bei den wichtigen Punkten wieder einmal zur Stelle. Er ist nicht umsonst der Rekordchampion hier“, sagte Goffin. „Aber ich fühle mich auch gestärkt durch die Spiele der letzten Tage.“ Laut der Spielerorganisation ATP wird Goffin in der neuen, am Montag veröffentlichten Weltrangliste wieder unter die Top 25 aufrücken.

Vorentscheidend für Federers achten Sieg im neunten Vergleich mit Goffin war der gewonnene Tiebreak des ersten Satzes, den Federer überlegen mit 7:2 für sich entschied. Es war ein typischer Federer-Augenblick, für den Mann, dessen Brillanz und Coolness sich oft bei den sogenannten Big Points zeigt. Nach dem Auftaktdurchgang wirkte Federer noch einmal von zusätzlichem Selbstbewusstsein und zupackender Energie erfüllt – und Goffin auf der anderen Seite des Netzes etwas angeschlagen. Gleich zu Beginn des zweiten Satzes gelang Federer das allererste Aufschlagbreak zum 1:0, es folgte ein weiteres Break zum 4:1 und schließlich jenes zum 6:1-Matchgewinn.

Roger Federer würdigte in seiner Siegeransprache noch einmal seinen Gegner David Goffin: „Ich bin ein großer Fan seines Spiels, er ist ein toller Mensch, ein fairer Typ. Ich wünsche ihm, dass er bald in die Top Ten zurückkehrt.“ Goffin gab die Komplimente zurück: „Ich gratuliere Roger zu diesem Sieg. Er ist einfach unfassbar gut auf Gras, der beste Rasenspieler, den es je gegeben hat.“ Rekordchampion Federer dankte überdies der Familie Weber für die „unglaubliche Aufbauleistung“ in den letzten mehr als zweieinhalb Jahrzehnten und die „tolle persönliche Zusammenarbeit mit Ralf Weber“: „Der Tennissport kann sich glücklich schätzen, dass er ein solches Turnier hat, auch solch eine begeisternde Atmosphäre bei den Matches.“ Federer und Goffin hatten bei der Siegerehrung auch für erinnerungswürdige Momente bei den Ballkindern gesorgt, denen sie sozusagen stellvertretend für das gesamte Turnier mit einer Medaille für ihre Arbeit dankten: „Ich weiß, wie ihr euch jetzt fühlt. So habe ich mich auch gefühlt, als ich zwei Jahre Balljunge beim Turnier in Basel war“, sagte Federer.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gratulierte beiden Finalisten zu einem „beeindruckenden, hochklassigen Spiel“. Laschet würdigte das ATP 500er-Turnier als eine der größten regulären Sportveranstaltungen in dem Bundesland, in Deutschland und in der Tenniswelt: „Unser Dank gilt an dieser Stelle besonders den Initiatoren, die dafür gesorgt haben, dass wir ein solch hochkarätiges Turnier in Nordrhein-Westfalen haben. NRW ist das Sportland Nummer eins.“ Bereits vor dem Finalspiel hatte Laschet erklärt: „Noventi Open in Halle, das heißt: Großartiger Sport und Spielerpersönlichkeiten, deren Faszination ansteckend ist. Weltklasse-Tennis in Ostwestfalen-Lippe, ein Großereignis im Sportland Nordrhein-Westfalen.“

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